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Erzählt eine Sonntagsgeschichte: Bevor Margit Auer Kinderbuchautorin wurde, arbeitete sie als Journalistin für verschiedene bayerische Zeitungen. Bild: Richard Auer

F.A.Z.-Leser helfen : Jedem Kind ein zauberhaftes Tier

  • -Aktualisiert am

Die letzten „Sonntagsgeschichten“ der Saison für die Spendenaktion „F.A.Z.-Leser helfen“ liest die Bestsellerautorin Margit Auer. Ein Blick in ihren Kosmos.

          3 Min.

          Was haben denn magische Tiere in einer kleinen Grundschule zu suchen? Margit Auer lacht – sie hat die Frage schon oft gehört. Und erzählt, dass in ihrer mittlerweile auf der ganzen Welt beliebten Kinderbuchreihe viele verschiedene Ideen zusammenkamen.

          Eigentlich sollten es Alltagsgeschichten werden, in denen es um ganz normale Kinder in einer ganz normalen Schule geht. Um all die kleinen und großen Probleme, die Jungen und Mädchen im Grundschulalter haben. Davon gäbe es zu wenig, hatte die Mutter dreier Söhne damals gedacht. Also schrieb sie solche Alltagsgeschichten und bot sie verschiedenen Verlagen an. Und immer kam die Antwort: Die Geschichten seien toll und witzig erzählt, aber es fehle ihnen das Besondere. Es müsse noch etwas Originelles dazukommen. Dann wären sie optimal!

          „Schule der magischen Tiere“

          Da kam Margit Auer auf eine ganz phantastische Idee, auf eine „Schule der magischen Tiere“. Die hat ein besonderes Geheimnis: Wer Glück hat, findet hier den besten Freund, den es auf der Welt gibt: ein magisches Tier. Ein Tier, das sprechen kann, das in schwierigen Situationen hilft, das zuhört und Rat gibt. Und welches Kind hätte nicht gerne so ein magisches Tier an seiner Seite?

          Ida bekommt im ersten Band den hilfsbereiten Fuchs Rabbat, und Benni wünscht sich ein wildes Raubtier. Für andere Kinder kommen eine Fledermaus und ein Krokodil, eine Ratte und ein Schimpanse, eine Eule, eine Schildkröte und ein Meerschweinchen dazu. In jedem Band der Reihe bekommen zwei Kinder ein magisches Tier, 24 Kinder sind in der Klasse. Zwölf Bände wird es also geben, und bis zum Schluss bleibt es spannend, welches Tier zu wem kommt. Auch darum, weil die meisten magischen Tiere nicht ganz „normal“ sind wie Katzen oder Hunde, sondern sehr speziell, mit ganz besonderen Eigenschaften und Bedürfnissen. Jedes Tier passt perfekt zu seinem Kind. Kein Wunder, dass der Carlsen Verlag begeistert war von dieser Idee.

          Aber Margit Auer wäre nicht Margit Auer, wenn sie nicht noch mehr Ideen für ihre magischen Tiergeschichten hätte: Zum Beispiel Feriengeschichten, in denen jeweils aus der Sicht eines der Kinder erzählt wird, was es im Urlaub mit seinem Tier erlebt. Das ist lustig oder auch spannend, weil immer alles anders kommt als erwartet. Nicht jeder Mitbewohner auf dem Zeltplatz im Feriencamp rechnet zum Beispiel damit, dass auch ein magisches Krokodil mitreist – das die anderen für ein einfaches Plastiktier halten. Und wie versteckt man eine Schildkröte auf einem Rockfestival oder einen magischen Tiger in einem Gespensterschloss? Es gibt also noch viel Stoff für viele Bände mit „Endlich Ferien“-Geschichten!

          Schreiben in der Universitäts-Bibliothek

          Auers Bücher werden inzwischen in zwanzig verschiedene Sprachen übersetzt. Bevor die Schriftstellerin mit ihren magischen Tiergeschichten berühmt wurde, war sie Journalistin. Auch ihr Mann Richard Auer ist Journalist, außerdem ist er Autor einer beliebten Krimireihe. Die beiden wohnen in einer kleinen Stadt in Bayern, haben einen Kater namens Lorenzo und einen Garten, in dem die Kinderbuchautorin demnächst Kohlrabi anpflanzen möchte. Weil Herr Siegmann, der Direktor der „Schule der magischen Tiere“, auch Kohlrabis züchtet.

          Für die Buchserie „Die Schule der magischen Tiere“ wurde Auer 2019 mit dem Kinderbuchpreis „Heidelberger Leander“ ausgezeichnet.

          Schreiben mag Auer allerdings nicht zu Hause, dazu verzieht sie sich am liebsten in die Universitäts-Bibliothek. Dort klingelt kein Telefon oder Handy, es herrscht konzentrierte Ruhe, und dort entstehen jeden Tag am Laptop um die drei Manuskriptseiten eines neuen Buches. Wenn ihr mal nichts einfällt, schaut sie aus dem Fenster und denkt nach. Auch Nachdenken sei Arbeit, sagt sie, und wer in zehn Jahren 25 Bücher geschrieben hat, muss das ja wissen.

          Wer mehr über Auer und ihre Bücher wissen möchte, sollte sich unbedingt ihre Website anschauen. Ihr Sohn Moritz hat sie gebaut, und da werden die unterschiedlichsten Kinderfragen beantwortet. Eine Frage allerdings nicht: wie es sich anfühlt, so berühmt zu sein. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagt die Autorin bescheiden. Sie lebe doch total normal, gehe einkaufen, schwimmen, ins Kino wie alle anderen Menschen auch. Sie sei doch kein „Starautor“. Aber wenn sie sich vorstelle, dass Kinder weltweit ihre Bücher lesen, in der Türkei, China, Albanien oder Japan, dann bleibe ihr Herz fast stehen vor Freude. Eine Frage ist natürlich auch noch ganz wichtig: Welches magische Tier Margit Auer selbst gern wäre? „Vielleicht ein Esel“, sagt sie, „oder eine Fledermaus.“ Und dann, lachend: „Faultier wäre super!“

          „Sonntagsgeschichten“: Wann und Wo

          Margit Auer liest am nächsten Sonntag, 1. März, im Funkhaus von Hit Radio FFH, FFH-Platz 1 in Bad Vilbel. Beginn ist um 16 Uhr, Einlass um 15 Uhr. Vor der Lesung gibt es die Möglichkeit, ein Studio zu besichtigen. Der Eintritt kostet fünf Euro je Person und kommt vollständig der Aktion „F.A.Z.-Leser helfen“ zugute. Kartenbestellungen unter „veranstaltungen.faz.net“ im Internet. Fragen beantwortet Frau Mayer-Simon unter der Rufnummer 0 69/75 91-12 51. Die Erlöse aus dem Spendenprojekt sind dieses Mal für das Frankfurter Mädchenbüro Milena und für Hilfsprojekte der in Bensheim ansässigen Christoffel-Blindenmission.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten: Frankfurter Volksbank Iban: DE94 5019 0000 0000 1157 11 Frankfurter Sparkasse Iban: DE43 5005 0201 0000 9780 00

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