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Eva Weingärtners „Ahnen“ : Versöhnung mit der Familie

  • -Aktualisiert am

Ein Schmerz über Generationen hinweg: Eva Weingärtner in ihrem Atelier im Frankfurter Osten Bild: Maximilian von Lachner

Die Künstlerin Eva Weingärtner setzt sich in der Serie „Ahnen“ mit ihren Vorfahren auseinander. Über Generationen wirken sich Geschehnisse aus, hat sie erfahren.

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          „Es ist wie ein Kosmos“: So beschreibt Eva Weingärtner ihr Œuvre, in dem unterschiedliche künstlerische Medien fruchtbar ineinandergreifen. Fotografie, Video, Objekt, Zeichnung, Text: An diesem Abend hat Weingärtner in ihrem gemeinsam mit der Künstlerin DeDe Handon genutzten, passenderweise „Orbit24“ benannten Atelier in einem unwirtlichen Gewerbegebiet im Osten Frankfurts eine anschauliche Werkauswahl aufgebaut.

          Nicht eine Spur Wahllosigkeit ist da zu spüren, haben doch die Arbeiten eine gemeinsame Klammer: „Performance umspannt alles“, unterstreicht die Künstlerin. So erblickt man zum Beispiel eine lebensgroße Puppe, deren Gesicht unverkennbar Weingärtners Züge trägt. Dieses, wie die Künstlerin sagt, „Double“ beziehungsweise „Alter Ego“ stand im Mittelpunkt der Performance „A door outside: half open, half closed“, die Weingärtner im September 2021 bei einem Festival in Frankfurt aufführte. Erst schien die Künstlerin, so zeigt es eine Foto- und Videodokumentation, mit der Puppe innig zu tanzen, irgendwann aber bekam die Versuchsanordnung brutale Züge: Weingärtner begann, den Unterleib der Puppe mit einer Schere aufzuschneiden, um daraus die von ihr eigenhändig genähten Organnachbildungen nach und nach zu entnehmen.

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