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Geschmack und Schönheit : „Bowls“ erobern Restaurants

  • -Aktualisiert am

So können sie aussehen: Fotos von den schicken „Bowls“ sind auf Instagram schon lange zu finden. Bild: AFP

Gemüse, Fisch, Nüsse, alles dekorativ in einer Schale. Auf Instagram macht sich das besonders gut. Warum immer mehr Lokale „Bowls“ anbieten – und damit ein Lebensgefühl mitliefern.

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          Schon normal oder noch ein Trend? Immer mehr Lokale in Frankfurt bieten sogenannte Bowls an, Gerichte, die in Schüsseln serviert werden und einiges, aber nicht alles, mit klassischen Salaten gemein haben. Am bekanntesten sind wohl die Poké-Bowls, die ursprünglich aus Hawaii stammen. Poké bedeutet auf Hawaiianisch „in kleine Stücke schneiden“. Poké-Bowls bestehen aus warmem Reis und mariniertem Fisch, zu dem verschiedene Toppings ausgewählt werden können.

          Jacqueline Vogt
          Ressortleiterin der Rhein-Main-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Jalalle Chahboune ist Inhaber und Geschäftsführer des Restaurants „Kahuna Poké Bros.“, das im April an der Hanauer Landstraße in Frankfurt eröffnet hat. Zu Reis, Quinoa oder Salat können die Gäste Lachs aus Skandinavien, Thunfisch von den Malediven, Tofu, Rind oder Huhn für ihre Bowls wählen und mit Mangosalsa, Kirschtomaten, Sesam und Sushi-Ingwer garnieren.

          Das Lokal betreibt Chahboune mit fünf Partnern Die Idee dazu, sagt er, sei vor drei Jahren entstanden, als bei einem Männerabend einer Poké serviert habe. Was folgte: zwei Monate auf Hawaii, um nach Rezepten zu forschen, die Suche nach Räumen, dem richtigen Konzept für die Einrichtung. Chahboune ist begeisterter Surfer, das helle und mit viel Holz eingerichtete Lokal, in dem rund 70 Leute Platz haben, spiegelt das. Auf Bildschirmen laufen Surfvideos, an der Wand hängen Leuchtbuchstaben, die das Wort Aloha formen.

          Hübsches Essen für Instagram

          Morgens gibt es bei „Kahuna Poké Bros.“ Breakfast Bowls. Porridge, die „Acai-Bowl“, eine Art Müsli mit Acai-Beeren, oder die Kokusnussvariante „The Great White“ können mit Obst kombiniert werden und bestreut mit Hanfsamen oder Flohsamenschalen oder Blüten. Das Schüssel-Frühstück kostet zwischen 5,90 Euro und 7,90 Euro. Wer mehr als vier Toppings möchte, muss noch einmal extra zahlen.

          Seit Jahren beliebt sind alle Arten von Bowls, bei denen es immer auch darum geht, dass die Zutaten möglichst dekorativ angeordnet sind, als Motiv auf der Bilderplattform Instagram. Im Lokal heißt das: „Die Leute fotografieren, bevor sie essen“, sagt Chahboune. Auch seine Zielgruppen-Ansprache findet so statt: „Kahuna Poké Bros.“ hat einen Instagram- Account und wirbt dort mit Videos und hübschen Fotos für das Restaurant. Schon bald, sagt Chahboune, wollten er und seine Geschäftspartner expandieren.

          Sam Kamran, Inhaber unter anderem mehrerer Burger-Läden, war einer der Ersten, die Poké-Bowls in Frankfurt verkauften. In vier seiner „Fletcher’s Better Burger“-Filialen sind sie inzwischen zu haben, neben dem Standard-Angebot. „Jetzt können die Mädels endlich mit ihren Typen zu uns kommen“, meint er. Poké sei gesund und leicht, deshalb „ein Frauending“, wohingegen Burger „eher ein Männerding“ seien.

          Sommer-Sonne-Strand-Stil

          Lachs aus Norwegen, Thunfisch aus Malta, Bio-Hähnchen oder Bio-Tofu für 1,90 Euro kann man bei ihm für die Poké-Bowls auswählen, die Schüsseln können dann bis zu knapp 17 Euro kosten. Noch vor einem halben Jahr spielte Kamran mit der Idee, Lokale namens „Fletcher’s Green Burger & Bowls“ zu eröffnen. Vegane und vegetarische Burger und Poké-Bowls wollte er anbieten, für Leute, die auf gesundes Essen Wert legen. Das Vorhaben hat er jetzt verworfen, das lohne sich doch nicht, meint er. In seinen neuesten Plänen kommt frittiertes Hähnchen vor. „Kentucky Fried Chicken ist momentan noch konkurrenzlos. Das will ich ändern“, sagt Kamran.

          Neben „Kahuna Poké Bros.“ und Kamrans Filialen gibt es zwei Restaurants im Bahnhofsviertel, die Poké-Bowls anbieten. „Aloha Poké“ hat neben dem in Frankfurt sechs weitere Standorte in Deutschland, alle eingerichtet im Sommer-Sonne-Strand-Stil. Das Restaurant „Trinitii“ bietet an der Moselstraße Poké-Bowls an, und große Systemgastronomie-Ketten sind ebenfalls auf die Schüsseln gekommen; auch Starbucks verkauft inzwischen Bowls.

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