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Seecontainer mit Mission : Ein Kunstwerk für Start und Landung

Der Künstler und sein Werk: Leon Löwentraut vor dem von ihm gestalteten „Global Gate“. Bild: Frank Röth

Es ist ein Kunstwerk, das tagtäglich Zehntausende Autofahrer von der A 5 und Passagiere vom Flugzeug aus sehen werden: Leon Löwentraut hat auf dem Frankfurter Flughafen Container in Anlehnung ans Brandenburger Tor gestapelt.

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          Die 37 Seecontainer stehen schon seit einigen Wochen auf dem Gelände der Lufthansa Cargo am Frankfurter Flughafen, ursprünglich noch in von Oberflächenrost durchbrochenen üblichen Containerfarben. Nun hat der 22 Jahre alte Leon Löwentraut daraus ein 21 Meter hohes, 24 Meter breites und sechs Meter tiefes Kunstwerk gemacht – mit 17 Motiven der Unesco-Kampagne #Art4GlobalGoals und mit seiner Fotoaktion „Meine Zukunft“. Sie besteht aus Fotos, die in dem Moment entstanden sind, in dem Kinder sich die Frage nach ihrer Zukunft stellten.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Die Formen des gewaltigen Werkes sind dem Brandenburger Tor nachempfunden. Der Künstler wollte ein Sinnbild der deutschen Wiedervereinigung schaffen und zugleich die Bruchstellen und Widersprüchlichkeiten der deutschen Geschichte zeigen, wie es in den Erläuterungen heißt. Die fünf Tordurchgänge, in denen die Fotos der Kinder zu sehen sind, sollen für Besucher den Weg in die Zukunft markieren. Nach einigen Wochen in Frankfurt soll das Tor für die Nachhaltigkeitsziele der Menschheit in verschiedenen Metropolen der Welt werben.

          „Ohne Kritiker wäre es auch langweilig“

          Löwentraut wurde in Kaiserslautern geboren und lebt inzwischen in Düsseldorf. Er begann im Alter von sieben Jahren zu malen, wie er erzählte. Bereits als Teenager verkaufte er seine Bilder für mehrere Tausend Euro pro Stück. Vor allem in der Boulevard-Presse war von „Shooting-Star“, „Wunderkind“ oder „neuer Picasso“ die Rede. Manche Kunstkritiker hingegen nehmen Löwentraut nicht ernst, halten ihn für überschätzt oder bezeichneten seine Kunst als unerheblich. „Ohne Kritiker wäre es auch langweilig“, sagt er.

          Seine Werke wurden in Metropolen weltweit ausgestellt und waren nach Angaben des Künstlers in kürzester Zeit ausverkauft. Die 17 Motive für die #Art4GlobalGoals-Kampagne sind nicht ganz neu, sondern waren bereits in einigen Museen zu sehen. Das „Global Gate“ ist eine transportable Skulptur, die aus 37 Seecontainern zusammengestellt wurde. Der Standort am Flughafen wurde auch deshalb gewählt, weil sie von dort aus gut vom Vorfeld aus zu sehen ist, wie Löwentrauts Galerie Geuer & Geuer mitteilte. So bilde das Werk symbolisch ein Tor zur Welt und könne die Aufmerksamkeit ankommender und abfliegender Passagiere auf sich ziehen.

          Die Skulptur soll mehrere Wochen am Frankfurter Airport bleiben und dann in anderen Städten gezeigt werden, beispielsweise in Dubai, Hong Kong und New York. Löwentraut gibt sich selbstbewusst: „Wir sind uns noch gar nicht im klaren darüber, was das Projekt auslösen wird.“

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