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Ehrungen : Amos Oz erhält am Sonntag den Goethepreis

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Amos Oz Bild: dpa

Der israelische Schriftsteller Amos Oz erhält an diesem Sonntag den mit 50.000 Euro dotierten Goethepreis der Stadt Frankfurt. In der Paulskirche entgegen war er 1992 bereits mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden.

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          Der israelische Schriftsteller Amos Oz erhält an diesem Sonntag den mit 50 000 Euro dotierten Goethepreis der Stadt Frankfurt. Mit seiner thematischen Vielfalt und stilistischen Virtuosität zähle der 66jährige zu den bedeutendsten Autoren der Gegenwart, begründete das Kuratorium seine Entscheidung. Die höchste Auszeichnung Frankfurts wird alle drei Jahre vergeben. Oz nimmt sie am Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes in der Paulskirche entgegen. Dort war er 1992 bereits mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden.

          In der Urkunde für den Preisträger heißt es: „Durch seine literarischen Werke versteht es Amos Oz, Lesern in allen Teilen der Welt ein tief greifendes, alle Grenzen überwindendes Gefühl der Menschlichkeit, der moralischen Werte und der Zusammengehörigkeit zu vermitteln.“ Mit seiner Arbeit stehe Oz in bester Tradition der Werke Goethes, da er Literatur verfasse, die universell verstanden werden könne, so das Kuratorium.

          Romancier und Essayist

          Der mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigte Oz setzt sich seit vielen Jahren für den Friedensprozeß im Nahen Osten ein. Neben seinem erzählerischen Werk wurde er auch mit seinen politischen Essays bekannt, darunter eine Sammlung unter dem Titel „Die Hügel des Libanon“.

          Der Goethepreis wird in Frankfurt seit 1927 vergeben. Zu den Preisträgern zählen unter anderem Sigmund Freud (1930), Ingmar Bergman (1976) und Siegfried Lenz (1999). Zuletzt erhielt der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki die Auszeichnung.

          Oz gilt als einer der größten Friedensvisionäre seines Landes. Der 66jährige, der bereits mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt wurde, setzt sich seit Jahrzehnten für eine Zwei-Staaten-Lösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ein. Das Ende der israelischen Besatzung hat er immer wieder als Voraussetzung für echte Friedensverhandlungen bezeichnet. „Israel wird erst dann ein freies Land sein, wenn Besetzung und Siedlungen ein Ende finden und Palästina ein unabhängier Nachbarstaat geworden ist“, schrieb er kürzlich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

          Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung

          Oz, der sich selbst als „geheilten Fanatiker“ sieht, ist Mitbegründer der israelischen Friedensbewegung „Schalom Achschaw“ (Frieden jetzt), sieht sich aber nicht als Pazifist. Als Reservist in einer Panzer-Einheit kämpfte der Vater dreier Kinder im Sechs-Tage- Krieg 1967 und im Jom-Kippur-Krieg 1973. Er kritisierte 1982 den Libanon-Krieg und verurteilte neun Jahre später die europäische Friedensbewegung für ihr Eintreten gegen den Golfkrieg 1990/1991.

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