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Ehrung im Corona-Format : Hessischer Film- und Kinopreis vergeben

Bekommt den Ehrenpreis des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier: Uwe Kockisch als Commissario Brunetti in seinem 26. und letzten Fall „Stille Wasser“ der „Donna Leon“-Krimireihe. Auch für diese Rolle in der ARD-Serie wird der Schauspieler geehrt. Bild: Nicolas Maack/ARD/Degeto/dpa

Statt Gala Sondersendung im Fernsehen: Die 31. Ausgabe des Hessischen Filmpreises findet im Corona-Format statt. Die Schauspieler Uwe Kockisch, Steffi Kühnert und Godehard Giese sind unter den Gewinnern.

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          „Coup“ von Sven O. Hill hat den 31. Hessischen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm gewonnen. Die tragikomische Mischung aus Animationsfilm, Dokumentation und Spielfilm hat die mit 23.000 Euro dotierte Auszeichnung allerdings in einem anderen Format als üblich erhalten. Statt einer dreistündigen Gala mit Party in der Frankfurter Alten Oper sind die Preisträger am Donnerstagabend in einer 45 Minuten langen Sondersendung des Fernsehformats „Hauptsache Kultur“ des Hessischen Rundfunks bekannt gegeben worden. Eine ursprünglich geplante Online-Gala war kurzfristig abgesagt worden. Zudem ist die hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Die Grünen), an Corona erkrankt, Staatssekretärin Ayse Asar übernahm das digital übermittelte Grußwort. In diesem Jahr bringe der Filmpreis den Dank an das Engagement und die Kreativität aller Film- und Kinoschaffenden zum Ausdruck, so Asar. Da das Geld für eine große Gala gespart wird, sollen in den nächsten Wochen zahlreiche hessische Vertreter der hessischen Filmbranche hinter der Kamera eine einmalige Sonderzahlung von insgesamt 115.000 Euro erhalten.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten erhielt in diesem Jahr Uwe Kockisch. Seine Entscheidung begründet Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nicht nur mit der großen Bekanntheit Kockischs durch seine Rolle  als Commissario Brunetti in der ZDF-Krimiserie. Er habe sich als Charakterdarsteller etwa in der Hauptrolle in der Fernsehserie „Weissensee“ etabliert. Besonders wies Bouffier auf Kockischs Rolle  als Stasi-Offizier Hans Kupfer hin, denn Kockisch habe im wahren Leben als junger Mensch Anfang der sechziger Jahre nach einem gescheiterten Fluchtversuch „die Brutalität und Schonungslosigkeit der Stasi und des DDR-Systems am eigenen Leib erfahren“.

          Der mit 7500 Euro dotierte Newcomerpreis, über dessen Vergabe Kunstministerin Dorn entscheidet, ging an die Offenbacher Filmkünstlerin Brenda Lien. Derzeit entsteht ihr Abschlussfilmprojekt an der Hochschule für Gestaltung ihrer Geburtsstadt Offenbach. Lien stehe für „ein feministisches, innovatives und diverses Kino, vor und hinter der Kamera.“

          Ehrenpreis des Ministerpräsidenten

          Den mit 20.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis erhielt  „Wer wir waren“ von Marc Bauder. Der Film zeige, so die Jury, „Menschen, die sich der Aufgabe verschrieben haben, die vielfältigen und sich ständig verändernden Herausforderungen unserer Existenz zu erfassen und im Angesicht vieler Zweifel das scheinbar Unmögliche anzugehen: die Welt zu retten.“ Nominiert waren außerdem „At the Margin“ von Sita Scherer und Sara Hüther sowie „Oeconomia“ von Carmen Losmann, in der Kategorie Spielfilm nominiert waren außerdem „Die Wolf Gäng“ von Tim Trageser und „Toubab“ von Florian Dietrich. Alle erhalten 4000 Euro Nominierungsgeld.

          Als bester Kurzfilm mit 4000 Euro wurde der Animationsfilm  „Your Future“ von Maren Wiese und Petra Stipetic ausgezeichnet, nominiert waren außerdem „Sonntagmorgen“ von Franziska Wank und „We Will Survive“ von Nele Dehnenkamp.

          Nicolas von Passavant wurde für sein Drehbuch „Vor dem Dunkel“ über den Skandal um E.T.A. Hoffmanns letzte Erzählung „Meister Floh“ geehrt. Der Preis ist mit 7500 Euro dotiert. Jennifer Kolbe erhielt für „MILK“ über die Ausbeutung der Tiere durch den Menschen, ihre Bachelorarbeit im Studiengang Kommunikationsdesign der Hochschule Rhein-Main, den Preis für den besten Hochschulfilm und ebenfalls 7500 Euro.

          Engagierte Kinos ausgezeichnet

          Die undotierten Hessischen Fernsehpreise für die besten Darsteller erhielten Steffi Kühnert für  „Meine Nachbarn mit dem dicken Hund“ und Godehard Giese für „Unschuldig“. Ebenfalls nominiert waren Vanessa Loibl in „Unsere wunderbaren Jahre“ und Lilith Häßle in „Ein Schritt zuviel“ sowie David Schütter in „Unsere wunderbaren Jahre“ und Niki von Tempelhoff in „Ein Schritt zuviel“.

          Insgesamt 150.000 Euro sind an die hessischen Arthouse- und kommunalen Kinos ausgeschüttet worden. Unter den Preisträgern  sind das Murnau Filmtheater und die Caligari FilmBühne Wiesbaden, das Filmforum Höchst, Das Kino Pupille an der Goethe-Universität Frankfurt, der Filmkreis Unikino Darmstadt, das Naxos-Kino und das Kino des DFF Frankfurt, das Kommunale Kino Weiterstadt, das Kommunale Kino Eschborn, die Bahnhofslichtspiele im Kasseler Hauptbahnhof, die Arthousekinos Harmonie und Cinema Frankfurt, das Marburger Filmkunsttheater, das Programmkino Rex in Darmstadt, der Filmladen Kassel, das Lichtspielhaus Lauterbach, das Kino Traumstern in Lich, das Capitol Kino Witzenhausen sowie das Mal Seh'n Kino und das Orfeos Erben Frankfurt.

          Informationen zu allen Preisträgerinnen und Preisträgern gibt es auf der Website.

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