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Rheingau Literatur Festival : Wein, Wein, du allein

So eindringlich geraten Bücher selten: Dörte Hansen in ihrer Heimat, dem Alten Land. Bild: dpa

Von Dörte Hansen bis Bettine Brentano: Vom 19. bis 28. September findet das Rheingau Literatur Festival statt. Ein abwechslungsreiches Programm bietet Preisverleihung, Weinverkostung und literarische Wanderungen durch die Weinberge.

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          Nur Dörte Hansen weiß neben einem kleinen Kreis von Beteiligten, dass sie am 22. Mai gleich von zwei hessischen Literaturpreisjurys angerufen wurde. Als Erstes meldete sich bei ihr die in Gelnhausen tagende Jury des Grimmelshausen-Preises, kurze Zeit später hatten auch die am anderen Ende der Region zu einem Entschluss gekommenen Juroren des Rheingau-Literaturpreises gute Neuigkeiten für sie. Den Grimmelshausen-Preis erhält die norddeutsche Autorin erst am 7. November, die Rheingauer Auszeichnung hingegen wird der Verfasserin der Bestseller „Altes Land“ und „Mittagsstunde“ schon am 22. September überreicht, von 16 Uhr an auf Burg Schwarzenstein in Geisenheim-Johannisberg, mitten drin im Rheingau Literatur Festival also, das heute Abend beginnt.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Von 20 Uhr an stellt Knut Bergmann, ebenfalls auf Burg Schwarzenstein, sein Buch „Mit Wein Staat machen – Eine Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ vor. Rund um die Weinverkostung zu dieser Lesung, die Überreichung der mit dem Literaturpreis verbundenen 111 Flaschen Rheingau-Riesling und die beiden wie üblich seit langem ausverkauften Wanderungen durch die örtlichen Weinberge gibt es ein abwechslungsreiches Programm.

          Zwei Abende für Bettine Brentano

          Zu Gast sind Karen Duve mit ihrem Droste-Hülshoff-Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ (20. September, 20 Uhr, Kelterhalle des Rheingau Musik Festivals, Oestrich) und Saša Stanišić, der mit seinem Roman „Herkunft“ seit wenigen Tagen auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht (24. September, 20 Uhr, Brentanoscheune, Oestrich-Winkel). Es lesen aber auch Norbert Zähringer, dessen Roman „Wo wir waren“ in einem Kinderheim im Rheingau beginnt (27. September, 20 Uhr, Sektkellerei Bardong, Geisenheim) und Eleonore Büning, langjährige Musikkritikerin im Feuilleton dieser Zeitung. Wer von ihr endlich einmal wieder mehr hören will als die Kolumne, die sie in der Sonntagszeitung alle paar Wochen schreibt, hat dazu im Rheingau Gelegenheit. Ihr Buch „Sprechen wir über Beethoven“ ist ein Ausblick auf das Beethovenjahr 2020 (26. September, 20 Uhr, Weingut Baron Knyphausen, Eltville-Erbach), aber auch ein Rückblick in die Zeit der mit Frankfurt und dem Rheingau eng verbundenen Bettine Brentano. Ihr sind rund um neue Bücher gleich zwei Abende des Festivals gewidmet.

          Wolfgang Bunzel, im Frankfurter Goethehaus Leiter der Brentano-Abteilung und in Oestrich-Winkel einer der beiden Geschäftsführer der Trägergesellschaft des dortigen Brentanohauses, stellt den von ihm publizierten Briefwechsel Bettines mit ihrer letzten Liebe Julius Döring vor (25. September, 20 Uhr, Brentanoscheune, Oestrich-Winkel). Nur ein paar Tage später präsentiert seine langjährige Frankfurter Kollegin Renate Moering im Gespräch mit ihm den von ihr herausgegebenen Briefwechsel Bettines mit ihrem Mann Achim von Arnim. Bisher waren die 838 erhaltenen Briefe nur in gekürzter und fehlerhafter Form bekannt. Dank Moering wissen wir mehr (28. September, 20 Uhr, Literaturhaus Wiesbaden).

          Außerdem im Programm: ein Abend, der auf das Buchmessengastland Norwegen vorausblickt. Was es mit Stars wie Karl Ove Knausgård und Maja Lunde sowie den 98 anderen Autoren auf sich hat, die er nach Frankfurt bringt, erzählt der Leiter des Gastlandauftritts selbst, Halldór Guðmundsson (21. September, 20 Uhr, Kelterhalle des Festivals, Oestrich).

          RHEINGAU LITERATUR FESTIVAL

          19. bis 28. September, diverse Veranstaltungsorte, https://www.rheingau-musik-festival.de/

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