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Digitaler Literaturbetrieb : Netz statt Messe

  • -Aktualisiert am

Ein Bücherstapel auf der Frankfurter Buchmesse: Während die Pandemie andauert, verlagert sich das Buchgewerbe ins Netz. Bild: dpa

In etwa drei Wochen läuft die Frankfurter Buchmesse weitgehend digital ab, andere Akteure ziehen nach. Ob Aufzeichnung oder Live-Stream: Während die Pandemie andauert, wird das Buchgewerbe immer fiktiver.

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          Immer ortloser wird der Literaturbetrieb. In etwa drei Wochen läuft die Frankfurter Buchmesse weitgehend digital ab, andere Akteure ziehen angesichts der Pandemie nach. Die Holtzbrinck Buchverlage haben diese Woche ihre gemeinsame Internetseite „Textouren“ vorgestellt, auch sie soll die Literatur in Zeiten zahlreicher auch weiterhin ausfallender Veranstaltungen möglichst nahe an die Leser bringen, ausdrücklich bis zu ihnen nach Hause; textouren.de startet zur Bücherschau. Die Seite dient als Veranstaltungskalender, bietet aber auch Videos.

          Der S. Fischer Verlag aus Frankfurt, neben Rowohlt, Kiepenheuer & Witsch sowie Droemer Knaur Teil der Verlagsgruppe, filmt auf der Dachterrasse seines Sitzes in Sachsenhausen mit Blick auf die Hochhäuser der Innenstadt „Skyline Talks“, bei denen Autoren wie Zsuzsa Bánk aus ihren neuen Büchern lesen. Aufzeichnung oder Live-Stream: Während die Pandemie andauert, wird das Buchgewerbe immer fiktiver. Aus Teilen der Wirklichkeit ein Kunstwerk bauen und es Nutzern zur Verfügung stellen – das tat bislang nur der Autor, dem der Verlag dabei half. Jetzt wird auch die Beziehung zwischen Produzenten und Rezipienten Teil des Mediums.

          Man muss dankbar dafür sein, dass die Entdeckung des elektrischen Stroms sowie die Erfindung des Computers und der Datenübertragung es gestatten, sich all das jederzeit und an jedem Ort anzusehen. Ansonsten säßen wir jetzt alle zu Hause wie während der Pest und vertrieben uns das Warten auf die Entwarnung mit dem Besticken unserer Bettwäsche, dem Schnitzen von Kochlöffeln, dem Weben von Teppichen oder dem Schlachten der Haustiere. Trotzdem: höchste Zeit für den Impfstoff.

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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