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Frankfurter Naxoshalle : Ein kunstvolles Naherholungsgebiet

Grünzug: Die Naxoshalle als Sumpflandschaft – eine Kunstinstallation Bild: Maximilian von Lachner

Seit einem Dreivierteljahr arbeitet ein Team an den „Sumpffestspielen“ in der Frankfurter Naxoshalle. Am Wochenende ist es soweit. 10.000 Samenbomben inklusive.

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          Unter dem Pflaster liegt der Strand? Pustekuchen. Unter dem Pflaster liegt der Sumpf. Jedenfalls haben die Künstler von Studionaxos, allen voran Jacob Bussmann, Rahel Kesselring, Friederike Thielmann und Ina Vera, die den Sumpf entworfen haben, es sich mit ihrer Installation so ausgedacht: dass der Sumpf, auf den Frankfurt einst gebaut worden sei, sich von unten wieder Bahn bricht, durch den Boden der denkmalgeschützten Naxoshalle hindurch. Und Simon Möllendorf, der als künstlerisches Mitglied und zugleich Geschäftsführer von Studionaxos spricht, meint es auch nur halbernst, wenn er behauptet, auch die Naxoshalle an der Waldschmidtstraße könne vielleicht Teil einer Sumpfkartierung werden und damit einer der CO2-Speicher, die so dringend benötigt werden.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

          Die „Sumpffestspiele“, die Studionaxos von diesem Wochenende an ausruft, wollen alles verbinden: ein künstliches und zugleich kunstvolles Naherholungsgebiet mitten in der Stadt, das auch, wie Möllendorf bemerkt, das Grün ersetzen könnte, das rings um die Halle durch die neue Bebauung nun fehle und das einst von der Naxos-Union rings um den Industriebetrieb doch angelegt gewesen sei. Einen temporären Kunstort für Performance, Theater, Musik sowie Diskussion und Begegnung. Und nicht zuletzt soll es Zeit für erholsames Waten in einem Wasserlauf und Matsch beziehungsweise Sumpf geben, ein eigenes Handtuch sollte man mitbringen.

          10.000 Samenbomben

          Während aus nicht mehr genutzten Scheinwerfern die ersten Gräser sprießen, sollen die Zuschauer an vier Wochenenden Theater erleben. Einen Getreidekaffee trinken oder eine der geplanten 10.000 Samenbomben bauen, die bis 8. August mit Publikum und Ensemble entstehen sollen, kann man täglich von 13 Uhr an. Immer von Donnerstag bis Sonntag ist auch abendliches Kunst-Programm, mit „In Grund und Boden“ hat jetzt das erste der Stücke Premiere, es folgen „Artist Talk“ und „Nein, einfach nein“. Alle Produktionen werden auch mit Sumpf zu tun haben, mit Nachhaltigkeit und Bewusstsein für die Umwelt.

          Seit einem Dreivierteljahr wird an den „Sumpffestspielen“ gearbeitet, es soll alles, was in den Pandemiezeiten erarbeitet werden konnte, gezeigt werden – schließlich wisse niemand, wie es im Herbst weitergehe, so Möllendorf. In einer „Lichtung“ soll es mit Frankfurter Akteuren auch Handreichungen geben, wie der Alltag nachhaltiger gestaltet und der CO2-Fußabdruck verringert werden kann. Insgesamt vier Wochen dauert die Installation des Sumpfs – abgebaut wird nach dem 8. August viel schneller. Dann spielt wieder das Theater Willy Praml in der Halle. Informationen und Reservierung unter studionaxos.de.

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