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Literatur : Die chinesische Delegation

Zu Gast in Frankfurt: Reiner Kunze Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Die Schriftstellerin Luo Lingyuan liest aus in ihrem Romandebüt „Die chinesische Delegation“ und der Lyriker Reiner Kunze stellt in seinen jüngsten „Nachdichtungen“ tschechische Autoren vor. Die Lesungen im Juli.

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          Die Chinesen kommen. Nach Kassel, wohin Documenta-Künstler Ai Wei Wei 1001 seiner Landsleute eingeladen hat. Oder als Teilnehmer einer Konferenz nach Berlin, von wo aus sie zu einer vierzehntägigen Tour durch halb Europa aufbrechen: So beschrieben von Luo Lingyuan in ihrem Romandebüt „Die chinesische Delegation“.

          Katharina Deschka

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was ihre Protagonistin, die Reiseleiterin Song Danya, mit der ihr anvertrauten Gruppe von Beamten, Funktionären und Unternehmern erlebt, schildert Lingyuan humorvoll, eindringlich und lebensnah. Die 1963 geborene Schriftstellerin lebt seit 17 Jahren in Berlin und begleitete selbst jahrelang chinesische Touristen durch Europa. Die Zuhörer am Sonntag um 11 Uhr in der Literaturlounge im Hauptbahnhof Frankfurt erfahren dabei auch einiges über das vom Staat reglementierte Leben in China. Beschrieb sie in ihrem Erzählband „Du fliegst jetzt für meinen Sohn aus dem fünften Stock“ Alltagsbrutalität in drastischer Sprache, so macht im neuen Buch ein Parteisekretär anderen das Leben schwer.

          Allerdings lässt sich staatlichen Repressalien mitunter auch mit innerer Flucht begegnen. In der DDR bot Reiner Kunze die tschechische Literatur „geistiges Exil“: Nachdem er wegen des sowjetischen Einmarschs in Prag aus der SED austrat, durfte er in Ostdeutschland so gut wie nichts mehr veröffentlichen. Fortan widmete sich Kunze der Übersetzung tschechischer Lyrik. Daran hielt er fest, als er 1977 in die Bundesrepublik ausgereist war. Mittlerweile hat er bestimmt genauso viele tschechische Gedichte ins Deutsche übertragen, wie eigene verfaßt. In seinen jüngsten „Nachdichtungen“, zu hören am Mittwoch um 19.30 Uhr im Frankfurter Holzhausenschlösschen, stellt der Lyriker wieder überwiegend tschechische Autoren vor. Besonders Jan Skácel hat es Kunze angetan, mit seinen ruhigen, kraftvollen Zeilen.

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