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Buchmessen-Klatsch : Franzen und der Familienroman

  • -Aktualisiert am

Sieht sich nicht als Familienromanautor: Jonathan Franzen. Bild: dpa

„Es freut mich, ein Publikum zu haben“, sagt Jonathan auf Deutsch zu seinen Zuhörern. Abermals auf Distanz aus Kalifornien. Und der äußert in Ironie gekleidete Selbstzweifel.

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          Dysfunktional? Nein, ganz bestimmt nicht. „Ich hasse das Wort“, sagt Jonathan Franzen: „Es ist eine Familie. Sie funktioniert prima.“ Nichts zu sehen hier. Bitte gehen Sie weiter. Dass andere in ihm den Verfasser von Familienromanen sähen, habe ihn schon immer erstaunt, fügt er hinzu. Auch in der griechischen Tragödie gehe es schließlich meist um Familien. Die gleichzeitige Anwesenheit mehrerer Verwandter habe also nicht viel zu bedeuten. Ein echter Familienroman sind für den Verfasser der „Korrekturen“ höchstens die „Buddenbrooks“: „Da geht es um die Beziehungen der Familienmitglieder untereinander.“ Wie Franzen in „Crossroads“, seinem neuen Roman.

          „Es freut mich, ein Publikum zu haben“, sagt er auf Deutsch zu seinen Zuhörern in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz. Vor sechs Jahren war er zur Frankfurter Buchmesse noch im ausverkauften Schauspielhaus zu Gast, um „Freiheit“ vorzustellen. Nun ist bald abermals Buchmesse, aber noch immer gibt es transatlantische Reisebeschränkungen. Aus Kalifornien ist Franzen daher ins Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg zugeschaltet, aus dem das Netzwerk der Literaturhäuser Bild und Ton übernimmt und an vielen Orten ausstrahlt.

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