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Bryan Ferry spielt in Mainz : Der Dandy der Popmusik

Am 16. Juli in Mainz: Bryan Ferry und Band Bild: Matthew Becker

Zuletzt präsentierte er auf der Bühne alte Gassenhauer im Dixie- und Ragtime-Stil. Nun kommt Bryan Ferry mit vielen Hits und reichlich Songmaterial seiner legendären Band Roxy Music nach Mainz.

          Dem bekennenden Bonvivant Bryan Ferry dürften die Vergleiche seiner Sangeskunst mit edlen Weinen, die mit zunehmendem Alter immer besser werden, gewiss gefallen. Überhaupt schätzt der mittlerweile 72 Jahre alte Sänger und Songschreiber den Applaus, weshalb er sich immer noch regelmäßig auf Bühnen blicken lässt. Dort präsentiert er aber nicht etwa neues Songmaterial, zum Beispiel von seinem gelobten letzten Solo-Album, dem 2014 erschienenen „Avonmore“, sondern vorrangig alte Hits und erstaunlich viele Stücke, die er mit seiner bahnbrechenden Band Roxy Music in den siebziger Jahren aufgenommen hat.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das ist aus Marketinggründen keine falsche Entscheidung, ist doch das brillante, 1972 veröffentlichte Debüt vor kurzem erst wieder in einer remasterten und erweiterten Deluxe-Version auf den Markt gebracht worden. Außerdem hat Ferry nun eine Begleitband zusammengestellt, die auch sperrigere RoxyMusic-Songs wie etwa das famose „In Every Dream Home A Heartache“, Hommage an eine Gummipuppe und Abgesang auf unsere Konsumwelt gleichermaßen, überzeugend darbieten kann. So gut funktionieren die Roxy- Music-Adaptionen, dass Ferry bei seinen Auftritten im Juni mehr als die Hälfte des Programms dieser Periode seines Schaffens widmete.

          Sklave der Liebe

          Für den größten Jubel im Publikum dürften da die späten Hits wie „More Than This“, „Avalon“ und natürlich „Oh Yeah“ gesorgt haben, die den Crooner glänzen lassen, zu dem sich Ferry, seit dem Jahr 2011 übrigens Commander of the British Empire, mit der Zeit entwickelt hat. Den Vorsänger einer Big Band wie weiland bei seiner Zusammenarbeit mit dem Pasadena Roof Orchestra wird Ferry aber nicht geben. Der „Dandy der Popmusik“, wie er auch schon apostrophiert wurde, besinnt sich der Musik seiner Jugend und lässt bei den Arrangements eher Rock ’n’Roll, Rhythm ’n’ Blues und Soul anklingen.

          Und natürlich Pop, wird doch von ihm erwartet, dass er auch seine Radiohits wie „Don’t Stop The Dance“, „Slave To Love“ oder „Let’s Stick Together“ intoniert wie einst im Mai. Dass solche Vorführungen nicht zum nostalgischen Rentner-Karaoke verkommen, das so mancher von Ferrys Altersgenossen mitunter bietet, ist dem Sänger hoch anzurechnen und sichert ihm auch sein Elixier: den Applaus.

          Bryan Ferry, 16. Juli, 19.30 Uhr (Einlass von 18.30 Uhr an), Zitadelle Mainz

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