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Umbau am Zoogesellschaftshaus : Das Frankfurter Kindertheater soll ein Gartenhaus bekommen

Dieses Modell des umgebauten Theaters wurde mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Bild: Simulation Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH

Mit Freilichtbühne und Terrasse: Der Architekturwettbewerb für das Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus ist entschieden. Jetzt soll die Planung des Umbaus beginnen.

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          Mit einem Anbau aus Holz, Glas und Stahl zur Zooseite hin und einer großen Terrasse, die auch als Freilichtbühne genutzt werden kann, soll das künftige Kinder- und Jugendtheater im Zoogesellschaftshaus versehen werden. So sieht es der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs des Büros Ortner & Ortner Baukunst aus Berlin vor. Insgesamt 17 Architektenbüros aus dem In- und Ausland hatten sich an dem nicht offenen Wettbewerb beteiligt, für den es ein Vorauswahlverfahren gegeben hatte.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

          Mit dem Wettbewerbsentscheid sei „ein großer Schritt hin zur Realisierung“ des Kinder- und Jugendtheaters getan, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bei der Vorstellung der Entwürfe, die alle eine hohe Qualität aufwiesen. Sie sei „sehr froh, dass die neue Koalition sich zu dem Projekt bekannt hat“. Die detaillierten Vorgaben des Wettbewerbs verlangten unter anderem einen Theatersaal, der in zwei Räume teilbar ist. Die Frontansicht des Zoogesellschaftshauses bleibt bei allen Entwürfen erhalten, sie steht unter Denkmalschutz. Ergänzt wird ein Dachaufbau, den es vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg gab. Das Rémond-Theater wird nach den Plänen in den Umbau aufgehen.

          Das Abbild einer vielfältigen Gesellschaft

          Die Öffnung des Gebäudes vor allem zum Zoo hin und die „hervorragende Raumanordnung“, so Hartwig, spreche für den Siegerentwurf, der technisch, räumlich und ästhetisch erfülle, was von dem künftigen Theater erwartet werde. Das Gebäude sei geeignet, die „Vielfalt der Gesellschaft in den Möglichkeiten des Hauses“ abzubilden. Der Stadt werde das Zoogesellschaftshaus zurückgegeben. Damit werde auch eine der tragenden Säulen für die Zukunft des Zoos verwirklicht.

          Eine Jury aus Architekten, Theaterfachleuten, Politikern und Kulturschaffenden, auch der freien Theaterszene, vertreten durch den Verein Paradiesvogel, unter dem Vorsitz der Architektin Anett-Maud Joppien vom hiesigen Büro Dietz-Joppien Architekten hat die drei Erstplatzierten ausgewählt: Nach Ortner & Ortner sind als Zweite das Büro Hascher Jehle Assoziierte aus Berlin und als Dritte die karlundp Gesellschaft von Architekten, München, prämiert worden. Sie erhalten 87.500, 52.500 und 35.000 Euro Preisgeld.

          Umfassende Umbauten

          Wenn in den nächsten Wochen erforderliche Nachbesserungen im Siegerentwurf erfolgt sein werden, vor allem die Glasfassade und der Sonnenschutz wurden genannt, soll die Arbeit an der Bau- und Finanzierungsvorlage beginnen. Sigrid Eichler, kommissarische Leiterin des Amts für Bau und Immobilien und Mitglied der Jury, rechnet mit einem Vierteljahr für die Nachverhandlungen zum Entwurf, in zwei Jahren könne die Vorlage erarbeitet und beschlossen sein.

          Der Siegerentwurf sieht einen Rückbau aller Elemente des ersten Obergeschosses vor, neben dem modularen Saal soll es zwei Probebühnen geben, dazu Workshop- und Begegnungsräume, neben den technisch notwendigen Räumen. Die Öffnung nach Osten als „Gartenhaus“ ermöglicht auch der Zooschule eine eigene Freifläche. Zooverwaltung und Zooschule sollen weiter in dem Gebäude ansässig sein. Daher sei es auch darum gegangenen, Abtrennung der Wege zu ermöglichen, erläuterte Brigitte Dethier. Die Gründungsintendantin des Stuttgarter Jungen Ensembles und Vorsitzende der Assitej Deutschland hat selbst einen Umbau im Bestand miterlebt und die Planungsphase des neuen Theaters begleitet. Die Funktionalität und alle Möglichkeiten, Kunst und Kultur heute und in Zukunft für Kinder und Jugendliche zu bieten, einschließlich einer Freifläche, deren Notwendigkeit die Pandemie gezeigt habe, seien mit dem Entwurf berücksichtigt, so Jurymitglied Dethier. „Das Projekt ist politisch gewollt, kulturell notwendig, technisch machbar und finanziell darstellbar“, so Hartwig. „Es wäre unverantwortlich, die Chance nicht zu ergreifen.“

          Die Entwürfe sind von bis 25. Juli im Foyer des Zoogesellschaftshauses, Alfred-Brehm-Platz 16, dienstags bis sonntags von 11 bis 16 Uhr zu sehen.

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