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Kronberger Casals Forum : Im „Mekka der Kunst“ ist der Mensch Mittelpunkt

Eröffnungsabend im Casals Forum der Kronberg Academy: Das Chamber Orchestra of Europe spielt im neuen Konzertsaal mit dem Violinsolisten Vadim Gluzman. Bild: Patricia Truchsess

Die Akustik des neuen Konzertsaals erweist sich bei den ersten Konzerten mit dem Chamber Orchestra of Europe als intim, präsent und trennscharf.

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          Wenn man in der Dämmerung von der Kronberger Altstadt her die Straße hinunter zum Casals Forum der Kronberg Academy geht, sieht man den Konzertsaal unterhalb wie einen Diamanten schimmern. Wenngleich das Dach noch nicht ganz fertig ist, das in Goldtönen erst recht im Sonnenlicht den Eindruck des Schmuckstücks verstärken wird, wirkt allein die Transparenz der Glasfronten sofort unbewusst auf die Besucher: Dass sie, die Menschen, dort als das Wertvollste ins rechte Licht gerückt werden, ist zu sehen. Das war bei Eröffnungskonzerten des Forums zum Auftakt des zehntägigen Kronberg-Festivals im von vielen der Ehrengäste zuvor schon besichtigten Saal einer der stärksten neuen Eindrücke. Die im Parkett und rund um die Bühne auf Emporen sitzenden Zuschauer sehen auch einander gut und spüren im Idealfall die gemeinsame Konzentration beim Musikhören, erkennen sich im Gegenüber wieder – und dass es um sie und um die Gemeinschaft meistens auch in der Musik geht.

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eines ließ sich nach den Konzerten mit Sicherheit über den hell vertäfelten Saal sagen, der unterhalb des Straßenniveaus Saal im wahrsten Sinne erdet: In ihm kann Musik ihre Schwerkraft, ihre Anziehungskraft, ihre Bedeutung entfalten. Auch wenn Kammermusik zur Eröffnung nicht erklang, brauchte es nicht viel Klangfantasie, um zu erahnen, dass die Akustik vor allem ihr zugute kommen wird. Der Raumklang tendiert zur Intimität, ist dem Leisen förderlich, präsent und trennscharf. Dem barocken Spaltklangideal kommt er eher entgegen als dem romantischen Schmelzklang.

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