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Darmstädter Galerie : Folien, Faserplatten, Furniere

Fläche, Raum, Perspektive: Blick in die Ausstellung Bild: Christian Laukemper

Nicole Nickel und Friedemann Grieshaber stellen in der Galerie Netuschil in Darmstadt aus. Beide Künstler gehen von architektonischen Grundformen aus, die Vielschichtigkeit der Werke dennoch unterscheidet sich grundlegend.

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          Kaum auszudenken, was daraus hätte werden können. Wenn Nicole Nickel tatsächlich Architektur studiert hätte, wie sie es ursprünglich geplant hatte. Mag sein, in den von ihr entworfenen Häusern hätte man nicht wohnen können. Schließlich sehen ihre Entwürfe gerne so aus, als habe Kasimir Malewitsch sich für seine suprematistischen Architekturen einst nicht des Zeichenstifts bedient, sondern des Computers unserer Tage. Und schlicht das CAD-Programm nicht recht begriffen.

          Christoph Schütte

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Immerhin sähen unsere Städte fraglos besser aus. Obwohl, vielleicht ist das doch ein klitzekleines bisschen übertrieben. Wird ein solches Urteil doch Malewitschs „Planiten“ und Nickels freien, auf konstruktivem Fundament stehenden Kompositionen nicht im Entferntesten gerecht. Sicher, Nickel, die sich mit der „Polytope“ überschriebenen Schau erstmals mit einer Einzelausstellung in der Darmstädter Galerie Netuschil vorstellt, entwickelt ihre vielschichtigen Zeichnungen, Collagen, Skulpturen und Objekte meist am Bildschirm. Doch die Arbeiten der 1968 geborenen Künstlerin, die bei Friedemann Hahn in Mainz Malerei studiert hat, entstehen im Raum wie in der Fläche in der Regel ganz klassisch analog.

          Folien, Zeitschriften und Fotografien, Faserplatten und Furniere sind ihr dabei das Material, das Nickel zunächst in der Fläche, bald zu Reliefs und längst auch zu mitunter wie geträumten, dann wieder fiebrig kollabierten Räumen fügt. Verstehen, nachvollziehen und plausibel sich erklären mag man sich die komplexen, übereinandergelegten Linien, Formen und Schichten, die einander widersprechenden Volumina und Perspektiven nicht. Sich darin zu verlieren aber scheint dem Betrachter allemal verführerisch.

          Friedemann Grieshaber, dessen skulpturales Werk Claus Netuschil parallel zu den Arbeiten Nickels vorstellt, ist da ein ganz anderes Temperament. Auch er liebt das Spiel mit Fläche, Raum und Perspektive, und auch der Berliner Künstler geht, ähnlich wie Nickel, in seinem Werk von konstruktiv zu nennenden architektonischen Grundformen aus. Grieshaber aber ist als Schüler von Micha Ullman, Lothar Fischer und Rebecca Horn zunächst einmal entschieden Bildhauer.

          Dementsprechend kreist sein wesentlich auf die Themen Figur und Haus konzentriertes, buchstäblich in Beton gegossenes Werk stets um klassisch skulpturale Fragen; um Leichtigkeit und Schwere etwa, um Raum, Dichte und Volumen, um Struktur, Oberfläche und dergleichen mehr. Alles scheint kühl und klar und schlicht und einfach auf solidem Fundament entwickelt. Nur betreten mag man Grieshabers Behausungen selbst in seinen kühnsten Träumen nicht.

          Die Ausstellung in der Darmstädter Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8, ist bis zum 16. Januar zu sehen. Sie ist donnerstags und freitags von 14.30 Uhr bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

          in der Darmstädter Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8, ist bis zum 16. Januar zu sehen. Sie ist donnerstags und freitags von 14.30 Uhr bis 19 Uhr sowie samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

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