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Über ein kleines Virus : Der Eindringling, der dreckig lacht

  • -Aktualisiert am

Sars-CoV-2-Coronaviren (orange) unter dem Elektronenmikroskop. Bild: EPA

Es springt einer Krankenschwester auf den Handschuh. Bald trifft es viele seiner Geschwister auf der Schulter eines Pflegers, die auf sein Smartphone schauen und Corona-Scherze im Internet betrachten. Da lacht das kleine Virus dreckig.

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          Eines Tages langweilte sich das kleine Virus auf der Intensivstation und wollte die anderen Teile des Krankenhauses kennenlernen. Es sprang einer Krankenschwester auf den Handschuh, die auf dem Weg zu ihrer nächsten Aufgabe mit Desinfektionsmittel über den Tisch wischte, und ging mit ihr zusammen eine Station weiter.

          Im Schwesternzimmer traf es auf viele seiner kleinen Geschwister, die es sich auf der Schulter eines Pflegers gemütlich gemacht hatten und lachend hinunter auf sein Smartphone schauten. Sie betrachteten die Corona-Scherze, die die Menschen im Internet teilten.

          „Es gibt keinen Eisberg“

          Das Foto vom Blick durch das britische Wohnzimmerfenster, auf das jemand von innen eine durchsichtige Folie mit der Aufschrift „Regie: David Lynch“ geklebt hatte. Was erklären würde, warum die Welt draußen sich plötzlich so unheimlich und skurril anfühlte. Die vielfach geteilte E-Mail zu Donald Trump als „Titanic“-Kapitän: „Es gibt keinen Eisberg! – Ich wusste vor allen anderen, dass es ein Eisberg war! – Die Pinguine haben den Eisberg mitgebracht!“

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          Und das satirische Video von Doktor Drosten, der gesteht, er habe das Virus zusammen mit einem chinesischen Freund als Scherz entwickelt, der aus dem Ruder gelaufen sei. Da lachte das kleine Virus dreckig und sagte zu den Menschen: „Ihr treibt Scherze? Wir werden mit euch noch viel Spaß haben.“

          Florian Balke

          Kulturredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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