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Homeoffice und Schule daheim : Heimspiel mit Wollmaus-Kuscheltieren

Mit Laptop und Handy: Homeoffice in der Coronakrise Bild: dpa

Heim-Arbeit hat wenig mit Hygge, Interior Design und Lebensart zu tun. Was so mancher sich seit Jahren erträumt hat, ist eher das, was sie rechtlich gesehen bei den meisten ist: Mobile Office. Für Eltern und Kind.

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          Puh, die erste Woche in Heimarbeit und Heimbeschulung ist, mit einigen kleineren Schrammen, überstanden. Wobei „Heim“ tatsächlich einen deutlich anderen Klang bekommen hat in den vergangenen Tagen. Es klingt nicht mehr nur nach trautem Heim, Hygge, Interior Design und Lebensart.

          Die Heimarbeit, die mancher sich seit Jahren erträumt hat, ist eher das, was sie rechtlich gesehen bei den meisten ist: Mobile Office. Eltern und Kinder sind mobil unterwegs zwischen Deutsch, Mathe und Sachunterricht, E-Mails, Telefonkonferenzen, To-do-Listen, Nachrichten, zwischen Kühlschrank, Herd und Esstisch, mit etwas Glück als das Familienmitglied, das in den Supermarkt darf. Unfassbar, wie viel gefuttert wird, wenn plötzlich alle zu Hause sind! Und wie schnell Wollmäuse zu Kuscheltiergröße anschwellen, wenn alle nur noch strumpfsockig herumschleichen.

          Aber rausgehen ist ja nur im allerkleinsten Kreis erlaubt, weswegen wir uns schon doch ein bisschen gewundert haben, dass 180 Radiosender in Europa gleichzeitig den Fan- und Mutmachsong „You’ll never walk alone“ gespielt haben. Momentan ist allein zu walken statt in riesigen Chören ja definitiv die bessere Empfehlung. Nach der ersten Woche im Heim verschieben sich die Fragen und Sorgen.

          Wegen Corona, wegen der vielen Einsamen und auch um die Work-life-Balance der ganzen Welt. Warum fällt uns da nur Jack Nicholson ein, wie er tausendmal „All work and no play makes Jack a dull boy“ tippt? „Trapperfieber“ heißt der Lagerkoller am Anfang von Stanley Kubricks „The Shining“. Aber wir sind ja, Gott sei Dank, nur zu Hause. Und nicht im Overlook Hotel.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

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