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Coldplay in Offenbach : Euphorie, Energie, Enthusiasmus

  • -Aktualisiert am

Auch per Livestream deutschlandweit zu erleben: Coldplay in Offenbach Bild: Patricia Kühfuss

Im Offenbacher Capitol stellte die britische Band Coldplay ihr soeben erschienenes neues Album vor und sprüht vor Energie. Auch Frontsänger Chris Marin war nach war nach einem Hexenschuss wieder in Form.

          Autsch! Als Chris Martin sich zum Finale des etwas länger als eine Stunde dauernden, erst vor wenigen Tagen angekündigten Überraschungsauftritts seiner Band Coldplay im Offenbacher Capitol bei den „weltbesten deutschen Ärzten“ bedankte, wussten im ausschließlich per Los ausgewählten Publikum wohl nur ein paar Eingeweihte, auf was der 38 Jahre alte Brite anspielte. Beim Sport am Vortag hatte sich der Sänger, Pianist und Gitarrist der Konsens-Pop-Formation einen Hexenschuss zugezogen. Dem nachmittäglichen Interviewreigen war der Ex-Ehemann von Hollywood-Aktrice Gwyneth Paltrow denn auch ferngeblieben. Für Martin hieß es zu diesem Zeitpunkt noch: Kräfte sammeln und Kontemplation üben.

          Ähnlichkeiten mit dem Setting der Beatles

          Als Coldplay pünktlich um 20 Uhr den ersten Ton vom dynamischen Titelsong ihres gerade, am 4.Dezember, erschienenen siebten Studioalbums „A Head Full Of Dreams“ anstimmten, wirkte der schlaksige Hüne dank „Gesundspritzung“ jedoch fit wie eh und je. Mit viel Elan und Esprit tobte Martin, flankiert von Sologitarrist Jonny Buckland, Bassist Guy Berryman und Schlagzeuger Will Champion, durch eine kunterbunt dekorierte und mit unzähligen Hintergrundprojektionen im psychedelischen Kaleidoskop-Look abgerundete Kulisse. Eine rauschhafte Farbexplosion in sämtlichen Schattierungen des Regenbogens. Ähnlichkeiten mit dem Setting der Beatles, als sie bei der ersten per Satellit weltweit ausgestrahlten Live-Fernsehsendung, „Our World“ war ihr Titel, am 25.Juni 1967 in den Londoner Abbey Road Studios „All You Need Is Love“ präsentierten, lassen sich nicht von der Hand weisen. Abgesehen mal vom Einsatz der damals noch nicht existenten Lasershow. Der Coldplay-Auftritt war per Livestream auch in den sozialen Medien zu sehen und dürfte ebenso ein Millionenpublikum angelockt haben wie einst die Liverpooler Fab Four mit ihrer unsterblichen Flower-Power-Hymne. Die schwarzweiße Filmaufzeichnung von damals ist erst im Digitalzeitalter nachträglich coloriert worden.

          Im Programm sind Fan-Favoriten und Songs des neuen Albums

          Immerhin sechs von insgesamt elf Songs ihres aktuellen Albums, ergänzt um stürmisch begrüßte Fan-Favoriten wie „Clocks“, „Magic“ und „Fix You“, standen auf dem Programm der britischen Band, die seit ihrem Debüt-Tonträger „Parachutes“ aus dem Jahr 2000 eine Platinplatte nach der anderen erhielt. Beim zweiten Song „Yellow“ griff Chris Martin erstmals zur Akustikgitarre, für „Paradise“ setzte er sich nicht zum letzten Mal ans Klavier. Mit dabei war auch die Stadionhymne „Viva La Vida“ von 2008. Voller Euphorie, Energie und Enthusiasmus wirkt auch das neue Material des fidelen Quartetts, das sich einst beim Studium am University College London gruppierte – Konzessionen an den Mainstream inklusive: „Adventure Of A Lifetime“ folgt dem Takt eines gemäßigten House-Groove.

          Als Ohrwurm empfahl sich „Hymn For The Weekend“. Als recht beliebig erwiesen sich hingegen die balladesken Auszüge „Everglow“ und „Amazing Day“. Für drei Zugaben kehrten Coldplay zurück, darunter auch das elektronisch aufbereitete „Up & Up“. Ein Pop-Schlager.

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