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Tänzer Christopher Roman : Salz in der Suppe

So war es unter William Forsythe: Brit Rodemund und Christopher Roman vom Ensemble ’Dance On’ - nun macht Roman sein eigenes Ding Bild: Dorothea Tuch

Dance On war gestern: Christopher Roman ist zurück in Frankfurt und plant ein eigenes Tanzunternehmen.

          Wenn es Sommer ist in Frankfurt und alle Theater zu sind, gibt es für Tanzfreunde kleine Überraschungspakete, serviert von einem guten alten Bekannten: Christopher Roman, lange Jahre Tänzer bei William Forsythe und letzter Leiter der einstigen Forsythe Company, hat abermals die Studenten und Dozenten der Hollins University aus Virginia nach Frankfurt gebracht. Mit Kursen an der Musikhochschule und jeweils donnerstags hochkarätigen Gastspielen, für die es über das Künstlerhaus Mousonturm Karten im Freiverkauf gibt.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für Roman ist das diesjährige Frankfurter Sommerprogramm auch der Beginn eines neue Karriereabschnitts: Er ist zurück in Frankfurt, längst Heimat für den Amerikaner. Vier Jahre lang hat der 1970 geborene Tänzer und Choreograph in Berlin an der Compagnie Dance On gearbeitet, einer vom Bund mit 1,5 Millionen Euro geförderten und von der Europäischen Union unterstützten Initiative, die sich mit Tänzern jenseits der 40 beschäftigt. Denn obwohl ältere Tänzer wie wandelnde Archive das Wissen um Stile, Techniken und die besonderen Arbeitsweisen verschiedener Choreographen tradieren und moderne Trainingsmethoden ihnen ein Weiterarbeiten auf hohem Niveau gewährleisten, haben sie es schwer, Engagements und eine Würdigung ihrer künstlerischen Expertise zu finden.

          Tänzer in einer „normalen Umgebung“

          „Dance On war eine Möglichkeit, als Tänzer weiterzuarbeiten. Aber ehrlich gesagt ist es auch eine Art von Segregation, Tänzer aus nur einer Generation zusammenzuspannen“, sagt er. Dance On hatte nach seinen Vorstellungen mit einem herausragenden internationalen Gründungsensemble und einem neuen Repertoire an einem Bewusstseinswandel zum Alter im Tanz arbeiten sollen. Auch bei Gastspielen in Frankfurt waren in den vergangenen Saisons Choreographien zu sehen, die bekannte Künstler wie Matteo Fargion, Ivo Dimchev, Rabih Mroué und Deborah Hay mit und für die sechs Tänzer im Alter zwischen 45 bis 52 Jahren geschaffen haben. Nun will Roman selbst wieder in einer „normalen Umgebung“ Tänzer und Künstler sein: „Pina Bausch hat ja auch nicht ältere Tänzer gezielt engagiert. Die Tänzer sind in ihrer Compagnie älter geworden, sie hat sie 25 Jahre behalten. Sie gaben ihr Wissen an die Jüngeren weiter, genau so, wie mir die älteren Kollegen im Ballett Frankfurt ihre Informationen weitergegeben haben.“

          „Ich habe alles getan, was ich konnte“, sagt er im Rückblick auf vier mitunter recht aufreibende Jahre. Roman war als Tänzer, künstlerischer Leiter des Ensembles und künstlerischer Berater des Gesamtprojekts für dessen sogenannte erste Edition und ein Repertoire von insgesamt elf internationalen Produktionen verantwortlich. Dance On hat mit Tanz- und Sportwissenschaftlern zusammengearbeitet, um Aufschluss über Trainingsbedingungen und körperliche Veränderungen bei älteren Tänzern zu gewinnen, ein Seniorenprojekt für Laien und ein großes Festival in Berlin waren ebenfalls Teil des soeben beendeten Dance-On-Pakets.

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