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„Casino“ : Wiesbadener Politstück uraufgeführt

Eine Absicherung für die Kunstschaffenden Bild: Karl und Monika Forster

Es geht um Bestechlichkeit und Vetternwirtschaft. Mittendrin: Wiesbadens ehemaliger OB Sven Gerich. Das Theaterstück „Casino“ nimmt den Skandal zum Vorbild. Einige Akteure sitzen im Publikum.

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          Freundlicher Beifall und einige Bravos für das „Political“: Mit „Casino“ hat das Staatstheater Wiesbaden am Sonntagabend sein medial stark begleitetes Auftragswerk zu den Wiesbadener Politikskandalen rund um den früheren Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD) uraufgeführt. In der Regie von Clemens Bechtel, der mit Dramaturgin Marie Johannsen in der Stadt recherchiert und mit Protagonisten gesprochen hat, ist unter Mitarbeit des Autors David Gieselmann eine Mischung aus Dokumentartheater, Satire und Thesenstück über Macht entstanden, das originale Aussagen, Erfundenes und Shakespeare-Zitate collagiert.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In seltener Dichte waren Lokalpolitiker im Premierenpublikum vertreten, unter ihnen auch Protagonisten der Affäre, die unter leicht erkennbaren Decknamen Teil des Stücks sind. Als „Wolf Meister“, gespielt von Uwe Kraus, durfte sich Ralph Schüler, einst Geschäftsführer der städtischen Holding WVV, wiedererkennen, den das Stück mit einigen Sympathien ausstattet. Bernhard Lorenz, ehemaliger CDU-Fraktionsvorsitzender in Wiesbaden, taucht im Stück als Strippenzieher „Bernd Brenz“, gespielt von Michael Birnbaum, auf. Den Oberbürgermeister „Sven“ gibt Thomas Peters, offen ist, ob Vorteilsannahmen und sein Fall einem korrupten Charakter, Naivität oder beidem entspringen.

          Wer auf saftiges Austeilen spekuliert hatte, dürfte enttäuscht gewesen sein, die erfundenen Bonmots erreichen selten die Qualität von Originalzitaten wie jenem Schülers über Gerich: „Du bist zwar oft blau, aber warst nie blauäugig.“

          Szene aus „Casino“

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