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Kultur-Hotspot an der Lahn : Burg in Flammen

Mit dabei in Runkel: Beatles Revival Band Bild: Dialog Runkel

Kunst auf dem Land? Da scheint Runkel wirklich ein Hotspot zu sein. Der „Kultursommer Runkel“ setzt auf Vielfalt und ist bei Dieter Buroch in versierten Händen. Dieses Wochenende geht es richtig los.

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          Die Landkommune ist eben erst wieder abgefahren, jetzt ist es Zeit für den Kultursommer: Die beiden Musiktheaterkünstler Daniel Kötter und Hannes Seidl hatten für ihr Projekt „Stadt – Land – Fluss“ Einheimische und Zugereiste auf einem Hof außerhalb der Gemeinde Runkel wohnen lassen, mit Kunstintervention und Filmaufnahmen. Gezeigt wird das Ergebnis im Herbst im Mousonturm. Ausgerechnet, möchte man sagen. Denn das Frankfurter Künstlerhaus, das in diesem Jahr sein dreißigjähriges Bestehen feiert, ist schließlich von Dieter Buroch gegründet worden. Und der ist, wenn auch kein gebürtiger, so doch ein leidenschaftlicher Runkeler, schon seit fast 30 Jahren wohnt er dort.

          Eva-Maria Magel
          Leitende Kulturredakteurin Rhein-Main-Zeitung.

          Weil er auch im Ruhestand das Kultur organisieren nicht aufhören kann, wird es jetzt wieder den „Kultursommer Runkel“ geben, den Dieter Buroch 2014 zum ersten Mal, mit vielen Mitstreitern aus Runkel und anderswo, organisiert hat. Dass sie sich „Dialog Runkel“ nennen, ist Programm – nicht alle, aber sehr viele und verschiedene Leute machen mit.

          „Klassik für Dummies“

          Bis zum 24. August gibt es Nachbarschaftsbegegnungen und „Klassik für Dummies“ mit der Microband aus Italien, es gibt Kirchturmbesteigungen, die „Burg in Flammen“ und Theater mit Michael Quast und Andreas Wellano, es gibt einen Inselgottesdienst, Kindertheater, ein Konzert mit dem Kammerensemble der Deutschen Oper Berlin, Lesungen mit Jo van Nelsen und Rudelsingen, kurzum: ein dichtes Programm aus allen möglichen Formen von Kultur, Kunst und Begegnung.

          Thront über der Lahn: Burg Runkel ist ein beliebtes, weil sehenswertes Ausflugsziel
          Thront über der Lahn: Burg Runkel ist ein beliebtes, weil sehenswertes Ausflugsziel : Bild: Societäts-Verlag / Kristina Ahrens

          Kunst und Kultur auf dem Land, das ist Buroch schon lange ein Anliegen, und neuerdings passt es auch prima zu den neuen regionalen Initiativen in Hessen. Runkel, als mittelalterlich geprägte Perle an der Lahn, ist Ausflüglern und Sportlern schon lange ein Begriff, jetzt wünscht sich sogar Kunstminister Boris Rhein (CDU) im Vorwort zum Programmheft, die Städter und Nicht-Runkeler mögen Freizeit, Sport und Kultur verbinden und ihre „wunderschöne Heimat“ erkunden, also Hessen.

          Buroch selbst hat kräftig die Trommel gerührt. Nach den geöffneten Häusern beim Altstadtfest vorige Woche hebt an diesem Wochenende das Kulturfest so richtig an: Am Samstag wird eine Ausstellung des Frankfurter Caricatura Museums eröffnet, das an verschiedenen Orten der Stadt Karikaturen zeigt, und zum ersten Mal ertönt die „Kanalmusik“: Bis Ende August wird an jedem Wochenende von 18 Uhr an klassische Musik aus der Kanalisation ertönen, ein Projekt der freiwilligen Feuerwehr. In Runkel ist eben die Kunst zu Hause – auch da, wo man sie erst mal nicht erwarten würde.

          Kultursommer Runkel, Bis 24. August, Informationen: www.dialog-runkel.de

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