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Bryan Adams : Kumpeltyp mit Bodenhaftung

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Bryan Adams: Hits in Serie in ungewohnt zeitlosen Versionen Bild: ddp

Aufgeheizt wie bei einem Länderspiel wirkt die Atmosphäre, wenn eine Rocklegende wie Bryan Adams sich in der Frankfurter Jahrhunderthalle die Ehre gibt. Mehr als zwei Stunden lang möchte er nur mit Akustikgitarre und gelegentlichem Griff zur Mundharmonika unterhalten.

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          Aufgeheizt wie bei einem Länderspiel wirkt die Atmosphäre, wenn eine Rocklegende wie Bryan Adams sich in der Frankfurter Jahrhunderthalle die Ehre gibt. Als der vor wenigen Tagen in den erlauchten Club der Fünfzigjährigen eingetretene Kanadier mit entwaffnendem Grinsen auf die nur karg ausgestattete Bühne geschlurft kommt, kennt in zügellose Begeisterung übergehende Verehrung keine Grenzen mehr. „Here I am – without my band“, erläutert Adams prägnant kurz mit rauchzarter Reibeisenstimme sein nicht unbedingt innovatives Konzept unter dem Motto „Bare Bones“.

          Mehr als zwei Stunden lang möchte der seit Jahren überzeugte Veganer nur mit Akustikgitarre, gelegentlichem Griff zur Mundharmonika und durch zeitweiligen Einsatz von Pianist Gary Breit unterhalten. Schließlich absolvierte der Westentaschen-Springsteen schon vor zwölf Jahren brav seinen Beitrag zur Reihe „MTV Unplugged“. Gefälligkeit gilt bei Adams ja seit jeher als oberstes Prinzip.

          Kleiner Lapsus

          „I’ll take it as a good omen“, kommentiert der Sympathieträger lakonisch die gleich zum energischen Auftakt „Run to you“ gerissene hohe E-Saite seiner abgeschabten Wanderklampfe. Als routinierter Gitarrist lässt der seit 30 Jahren erfolgreiche Komponist und Sänger die Klasse seiner längst zum Markenzeichen avancierten Stimme ein wenig vermissen.

          Doch zum Kuscheln anregende Lagerfeuer-Romantik, die das überwiegend weibliche Auditorium von der ersten Sekunde an von den Stühlen reißt, bezieht ihre unmittelbare Kraft ja ohnehin nicht aus zur Schau gestellter Virtuosität, sondern aus jenem improvisierten Moment, der einen kleinen Lapsus als charmante Spontaneität zu kaschieren vermag. Einem Kumpeltyp mit Bodenhaftung wie ihm nehmen die Fans ohnehin nichts so schnell krumm.

          Pfiffiger Alleinunterhalter

          Nicht zu kurz kommt der Entertainer in dem gar nicht mal so leisen Programm. Zwar schaltet der eingefleischte Junggeselle zahllose Hits in Serie, aber doch in so ungewohnt zeitlosen Versionen, dass die oftmals durch Überproduktion im Studio ihrer ursprünglichen Authentizität beraubten Originale um Längen geschlagen werden. Doch auch der ewige Halbstarke in Adams mit der unermüdlichen „18 til I die“-Attitüde kommt zum Vorschein. Dass Bryan Adams nicht zum letzten Mal in der Rolle des pfiffigen Alleinunterhalters glänzen wird, dürfte so gut wie sicher sein.

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