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Bibelübersetzung : Eine einzigartige Verbindung geschaffen

Martin Buber und Franz Rosenzweig haben das hebräische Original der Bibel mit einem beispiellosen Reichtum an Sprache übersetzt. (Symbolbild) Bild: dpa

Das Zeugnis einer Gelehrsamkeit, Philosophie und Poesie, in der sich Deutsches und Jüdisches untrennbar vereinen: Die Bibelübersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig offenbart, was deutsch-jüdische Kultur einmal bedeutet hat.

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          Wer verstehen möchte, was deutsch-jüdische Kultur einmal bedeutet hat, sollte zur Bibelübersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig greifen. Mit einer schöpferischen Kraft, die ihresgleichen sucht, und einer Vertrautheit sowohl mit Geist und Text des hebräischen Originals als auch mit dem Reichtum der Sprache, in die sie es übertrugen, haben sie eine einzigartige Verbindung geschaffen.

          Nicht um „Eindeutschung“ ging es ihnen, nicht um Vereinnahmung, nicht um Verschleierung des Fremden. Dieses sollte vielmehr sichtbar, hörbar werden, als ein Anderes, das sich in der eigenen Sprache dennoch offenbart.

          Ihre aus freien Stücken, ohne Auftrag entstandene Übersetzung ist das Zeugnis einer Gelehrsamkeit, Philosophie, Poesie, in der sich Deutsches und Jüdisches untrennbar vereinten. Es kam auch zu vielerlei Neuschöpfungen. „Tohuwabohu“ hatte Luther mit „wüst und leer“ übersetzt. Bei Buber und Rosenzweig heißt es: „Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal.“

          Das ist näher dran am Hebräischen. Und ein poetisches Glanzstück. Die 1926 begonnene, nach dem Krieg von Buber allein vollendete Übersetzung des Tanach hätte die deutsch-jüdische Geistigkeit beflügeln können. Sie wurde deren monumentaler Abgesang.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

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