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Bad Vilbeler Burgfestspiele : In der Wasserburg darf wieder gelacht werden

Der Ort des Geschehens: Bad Vilbel – die Wasserburg im Mondlicht. Bild: Wolfgang Eilmes

Die Bad Vilbeler Festspiele wollen auch für das kommende Jahr Besucher anlocken: 200 Darbietungen sind für die nächste Saison geplant. Das Programm reicht von Liebe bis Kultur und weiter.

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          Besucher der Bad Vilbeler Burgfestspiele haben auch im nächsten Jahr wieder etwas zu lachen. Etwa bei „Maria, ihm schmeck’s nicht“, was nach dem Erfolg in diesem Jahr nächstes Jahr wieder neu aufgenommen wird. Aber auch der Schwank „Pension Schöller“, die Komödie „Shakesperare in love“ oder „Frau Müller muss weg“ tragen zur Erheiterung bei. Insgesamt zehn Eigenproduktionen stehen auf dem Spielplan der der nächsten Saison. Hinzu kommen mehr als ein Dutzend Gastspiele. Der Vorverkauf für die ungefähr 200 Darbietungen, die von Anfang Mai bis Anfang September stattfinden, hat soeben begonnen.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

          Bei der Programmgestaltung setzt die Festspielleitung um Intendant Claus-Günther Kunzmann wieder auf Schauspiel, Komödie, Musiktheater und Aufführungen, die für Kinder und Jugendliche konzipiert sind. Diese Mixtur habe sich bewährt, heißt es. Tatsächlich spricht das Programm seit Jahren mehr als 100.000 Theater- und Musikfreunde aus einem weiten Umkreis an, womit Bad Vilbel zu den führenden deutschen Festspielorten aufgestiegen ist. Begleitveranstaltungen wie Theaterworkshops, Einführungsgespräche und Führungen hinter die Kulissen, Autogrammstunden mit Schauspielern – all das trägt ebenso zum Erfolg bei wie das Ambiente im Burghof mit Tischen und Bänken sowie gastronomischem Angebot.

          Wie in den vorigen Spielzeiten wird die Saison mit dem Kinder- und Familientheater eröffnet, ein Format, das in Bad Vilbel besonders gepflegt wird. Dazu werden Vorbereitungen auf die Aufführungen in Schulen und Kindergärten angeboten. Rund ein Drittel aller Besucher der Burgfestspiele zählte diese Sparte zuletzt. Los geht es am 5. Mai mit der Oper „Aschenputtel“, inszeniert nach Rossini, die dergestalt dargeboten wird, dass schon Jungen und Mädchen von fünf Jahren an Zugang zum klassischen Musiktheater bekommen können. Auf dem Spielplan des Kinder- und Familientheaters steht wegen des großen Erfolgs in dieser Saison vom 12. Mai an eine weitere Folge der Geschichten von „Pippi Langstrumpf“, Erich Kästners Kinderkrimi „Emil und die Detektive“ kommt in Bad Vilbel als Musical auf die Bühne, erstmals zu sehen am 19. Mai.

          Von Disco-Hype bis Shakespeare

          Das Abendprogramm auf der Freilichtbühne im Burghof wird am 4. Juni mit „Pension Schöller“ eröffnet. In dem Schwank in drei Akten von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs geht es um eine vorgegaukelte Irrenanstalt in einer gediegenen Berliner Herberge und die ungeahnten Folgen des Besuchs für einen Provinzler. Nachdem „Ein Käfig voller Narren“ mit rund 16.000 Besuchern in der zurückliegenden Saison beim Publikum besonders gut ankam, versprechen sich die Spielplangestalter für die Musical-Inszenierung von „Saturday Night Fever“ um den Disco-Hype Ende der siebziger Jahre mit Musik von den Bee Gees einen ähnlichen Erfolg. Premiere ist am 13. Juni.

          Um Liebe und viel Turbulenzen, wenn verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, geht es bei „Maria, ihm schmeckt’s nicht“, dargeboten als Schauspiel mit Musik nach der Vorlage von Jan Weiler. Das Stück war in diesem Sommer mit stets ausverkauften Vorstellungen der Publikumsrenner. Die erste Vorstellung in der neuen Saison geht am 5.Juli über die Bühne. Zu den Zugpferden rechnet die Festspielleitung zudem die Inszenierung der romantischen Komödie „Shakespeare in Love“. Zu sehen ist in Bad Vilbel die Bühnenfassung des Films, der mit sieben Oscars ausgezeichnet wurde. Die Premiere findet am 21. Juni statt.

          Weitere Spielstätte ist der Theaterkeller in den Gewölben der Festungsanlage. Dort werden drei Produktionen geboten. Das Stück „Frau Müller muss weg“ ist eine komödiantische Show um eine umstrittene Klassenlehrerin. Premiere ist am 11. Mai. Ebenfalls nicht besonders ernst geht es zu bei der Aufführung von „Der dressierte Mann“ nach dem Bestseller von Esther Vilar. Anders die Inszenierung von „1984“ , eine Bühnenbearbeitung von Orwells Geschichte über den totalen Überwachungsstaat. Gastspiele geben unter anderem das Leipziger Kabarett Pfeffermühle, die Barrelhouse Jazzband und der Pianist Walter Renneisen. Ein Wiedersehen gibt es mit Sissi Perlinger und Lizzy Aumeier. Ein Sommerkonzert gibt das Landesjugendsinfonieorchester und das Bad Vilbeler Kammerorchester führt den „Karneval der Tiere“ auf.

          Bad Vilbeler Burgfestspiele

          Tickets im Kartenbüro, Klaus-Havenstein-Weg 1, Telefon 06101/559455, tickets†bad-vilbel.de und unter www.kultur-bad-vilbel.de.

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