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Auszeichnung für Andrea Büttner : Vorliebe für braune Wände

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Überreichte den Preis: Eva Kühne-Hörmann (CDU), hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Bild: Wolfgang Eilmes

Eva Kühne-Hörmann (CDU), hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, übergab der Künstlerin Andrea Büttner im Biebricher Schloss den mit 15.000 Euro dotierten Merian-Preis. Mit dem Preis werden seit 1994 alle zwei Jahre bildende Künstlerinnen geehrt.

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          Dieses Mal hat die Jury des Sibylla Maria Merian-Preises eine beziehungsreiche Wahl getroffen: Wie die Namenspatronin der Auszeichnung, die berühmte Naturforscherin und Malerin (1647 bis 1717) ist auch Andrea Büttner, die Preisträgerin des Jahres 2009, zugleich als Künstlerin und Wissenschaftlerin tätig. 1972 in Stuttgart geboren, hat sie ihre Studien der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte und Philosophie in Tübingen, Stuttgart und Berlin abgeschlossen. Von 2005 bis 2008 war sie am Royal College of Art in London, wo sie mit einer Dissertation über „Scham als ästhetisches Gefühl“ promoviert wurde. Heute lebt und arbeitet sie in London und Frankfurt.

          Eva Kühne-Hörmann (CDU), hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, übergab der Künstlerin am Mittwochabend im Biebricher Schloss den mit 15.000 Euro dotierten Merian-Preis, mit dem seit 1994 alle zwei Jahre bildende Künstlerinnen geehrt werden, die „durch die Qualität ihres Werks einen besonderen Beitrag zur Förderung von Kunst und Kultur in Hessen geleistet haben“, wie es in der Ausschreibung heißt.

          Begründung der Jury

          In den vergangenen Jahren habe Andrea Büttner sich zu einer international renommierten Künstlerin mit wichtigen Ausstellungen entwickelt, sagte die Ministerin in ihrer Rede. Büttner besitze die Gabe, ihre Fotos, Zeichnungen, Siebdrucke und Holzschnitte – mit denen sie sich auf den deutschen Expressionismus beziehe – zu einem Gesamtkunstwerk zusammenzuführen und dadurch neue Bedeutungsebenen zu schaffen, heißt es in der Begründung der Preisvergabe. Eva Kühne-Hörmann betonte aber auch, dass Maria Sibylla Merians Mut zu einem selbstbestimmten Leben und Handeln auch nach fast vierhundert Jahren noch Vorbildcharakter habe und Mut zum individuellen künstlerischen Lebensweg mache. Das gelte auch für Büttner.

          Mit ihrer Wahl würdigte die Jury, die 114 Bewerbungen zu begutachten hatte, das relativ junge Œuvre einer Künstlerin, die am Anfang ihrer Karriere steht, doch im In- und Ausland schon auf sich aufmerksam gemacht hat. „Büttners Kunst schafft spannungsreiche Bezüge und bringt jeweils Neues und Historisches in einem aktuellen Ausstellungsdispositiv zusammen. Dadurch schafft sie es, auf überragende Weise vielschichtig zu sein und alt und neu in einem Universalanspruch zusammenzuführen“: So heißt es in der Begründung der Jury, zu der Jutta Schütt vom Städel-Museum, Marianne Heinz von der Museumslandschaft Hessen-Kassel, Tamara Grcic (Merian-Preisträgerin 2000), Ralf Beil vom Institut Mathildenhöhe und Rein Wolfs von der Kunsthalle Fridericianum Kassel gehörten.

          Schluck aus dem Flachen

          In seiner Laudatio ging Wolfs auf Büttners Lieblingskünstler Dieter Roth, ihre Vorliebe für braune Wände, auf ihre Performances oder ihre Interviews mit den plötzlich vertauschten Rollen ein. Mit einer sympathischen kurzen Dankrede schilderte die Künstlerin zum Vergnügen des Publikums, wie Dieter Roth einst diese Aufgabe gemeistert habe: Er nahm einen tiefen Schluck aus dem Flachen, machte das V-Zeichen mit der Hand und entschwand.

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