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Schoeppe leitet Filmförderung : Aufbruch mit Frau an der Spitze

Leitet von Mai an die hessische Filmförderung: Anna Schoeppe Bild: Privat

Anna Schoeppe wird Chefin der hessischen Filmförderung. Sie soll Günter Schmitteckert ablösen. Er leitet die Hessenfilm und Medien GmbH nach den AfD-Querelen um ihren früheren Geschäftsführer Hans Joachim Mendig übergangsweise.

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          Anna Schoeppe wird vom 1. Mai an die Geschäfte der hessischen Filmförderung führen. Schoeppe, Jahrgang 1984, ist bislang Direktorin des in Wiesbaden ansässigen Kuratoriums junger deutscher Film. Der Aufsichtsrat der Hessen Film und Medien GmbH hat Schoeppe einstimmig gewählt.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zuvor hatte das Gremium im September 2019 den Gründungsgeschäftsführer Hans Joachim Mendig abberufen und das Vertragsverhältnis gekündigt. Dessen Treffen mit dem AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen hatte massive Kritik von Filmschaffenden ausgelöst, eine Stellungnahme von Seiten Mendigs hatte es nicht gegeben. Seit dessen Abberufung hat der Ministerialdirigent Günther Schmitteckert aus dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Geschäfte geführt.

          An einem „Wendepunkt“

          Die hessische Kunstministerin Angela Dorn (Grüne), Aufsichtsratsvorsitzende der Hessen Film und Medien, sagte, Schoeppe sei die „ideale Besetzung“ für einen nötigen Aufbruch in der Filmförderung. Diese stehe an einem Wendepunkt, so Dorn, sowohl die Kunstform Film als auch der Kulturort Kino müssten durch neue Instrumente gefördert werden. Schoeppe verfüge über viel Erfahrung für eine solche Aufgabe. Nach Stationen bei der European Film Academy in Berlin und der Filmakademie Baden-Württemberg kam sie 2013 in die Geschäftsstelle des Kuratoriums, das sie seit 2017 leitet.

          Auf den Nachwuchs will die künftige Geschäftsführerin auch bei der Hessen Film und Medien einen Schwerpunkt legen, nicht nur, was Künstler angeht. Auch Fachkräfte, Produktion und Verleih sollen, in Abstimmung mit der Branche, nach Hessen geholt, gehalten und gefördert werden. Ebenso solle die Förderung künftig fokussierter und nach klaren Auswahlkriterien erfolgen. Außerdem kündigte Schoeppe an, Impulse aus der Filmbranche aufzunehmen.

          Schoeppe war an den Diskussionen rund um die „Frankfurter Positionen“ zur Zukunft des deutschen Films beteiligt, die das Frankfurter Filmfestival Lichter angestoßen hatte. Diese sowie die aktuelle Debatte um die Novelle des Filmfördergesetzes würden in ihre Arbeit einfließen, so Schoeppe. Soziale Mindeststandards für Beschäftigte, mehr Filmbildung und Abstimmung der föderalen Fördermöglichkeiten gehören zu den Themen der „Positionen“.

          Fast elf Millionen Euro Budget

          Filmbildung, nachhaltige Filmproduktion und weitere Schwerpunkte sind nach Angaben Dorns auch der Grund für eine Erhöhung der Mittel im Haushalt dieses Jahres. 200.000 Euro mehr gebe es für Nachwuchs und Nachhaltigkeit, 50.000 Euro für Wanderkinos im ländlichen Raum und 225.000 Euro mehr für hessische Filmfestivals. Diese Summe solle „perspektivisch verdoppelt“ werden, so Dorn. Derzeit beläuft sich das Budget der Hessen Film auf 10,8 Millionen Euro, rund eine Million davon kommt vom Hessischen Rundfunk.

          Erstmals liegt ein Geschäftsbericht der seit 2016 tätigen Hessen Film und Medien vor – ein solches Dokument war von der Branche und offenbar auch vom Aufsichtsrat der GmbH schon seit langem verlangt worden. Nun soll er, so Dorn, regelmäßig vorgelegt werden. Den zwölf Mitarbeitern mit Schmitteckert an der Spitze sei es gelungen, in „turbulenten Zeiten“ mit großem Engagement zu arbeiten.

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