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Alte-Oper-Intendant Fein : „Die Menschen sehnen sich nach realer Musik und Nähe“

Markus Fein, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt: „Wir wollen Nähe stiften, indem wir etwa die übliche Saalaufteilung aufgeben“ Bild: dpa

In der Frankfurter Alten Oper ist der Begriff „Nähe“ in der kommenden Saison zentral: Gleich das „Fratopia“-Festival setzt auf Begegnungen. Intendant Markus Fein spricht über den Neubeginn nach Corona.

          6 Min.

          Herr Fein, Ihre Antrittssaison, die zur Sommerpause endende und noch von Ihrem Amtsvorgänger Stephan Pauly geplante Spielzeit 2020/21, ist völlig unkalkulierbar verlaufen. Seit November ist das Haus geschlossen. Im September und Oktober gab es allerdings noch eine Reihe von Konzerten, die Sie kurzerhand neu geplant hatten. Wie haben Sie diese ersten Wochen erlebt?

          Guido Holze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese ersten Konzerte nach einer langen Phase des Lockdowns habe ich wie eine Befreiung erlebt. Die Kultur braucht ein Gegenüber, selbst in Kriegszeiten riss der Dialog mit dem Publikum nie ab. Von daher war und ist das Schweigen der Konzerthäuser eine schmerzhafte Erst­erfahrung für alle Kulturschaffenden. Im letzten Herbst konnten wir dann in immerhin 80 Konzerten mit dem Publikum in Kontakt treten. Über alldem lag freilich der Schatten der Pandemie. Wir mussten Hygienekonzepte entwickeln und uns mit Themen auseinandersetzen, die uns allen völlig fremd waren. Das drohte alles zu überlagern. Umso schöner war es zu erleben, dass sich die Musik durch das Dickicht der Verordnungen immer ihren Weg zu den Zuhörern gebahnt hat. Das Publikum hat diese Musikerlebnisse sehr dankbar aufgenommen. Zugleich waren es wichtige Wochen für mich, um daraus Schlüsse zu ziehen für die kommende Saison 2021/22.

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