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Konzert: a-ha in Frankfurt : Die Schönheit des Nordens

  • -Aktualisiert am

Die norwegische Band a-ha begeistert ihr Publikum in der Frankfurter Festhalle. Bild: Ilkay Karakurt

Sie möchten ihre Fans von der Notwendigkeit überzeugen, sich für die Natur einzusetzen: In der Frankfurter Festhalle stellt die norwegische Band a-ha Stücke des neuen Albums „True North“ vor, spielt aber auch alte Hits.

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          Was sich in der Mathematik bewältigen lässt, gestaltet sich im realen Leben als ein nicht so leicht zu bewältigendes Unterfangen: Um mit Brüchen zu rechnen, muss zunächst mitunter ein kleinster gemeinsamer Nenner ermittelt werden. In der vom bestuhlten Innenraum bis in den zweiten Rang gut gefüllten Frankfurter Festhalle gilt es, auch unterschiedliche Ansprüche in harmonischen Einklang zu bringen.

          Einerseits brennt die Besucherschar darauf, mittels der Evergreens ihrer Teenager-Idole von vor rund 40 Jahren noch einmal für zwei Stunden träumerisch in die Unbeschwertheit längst vergangener Jugendzeit zu entrücken. Andererseits steht da noch immer eine nach diversen vollzogenen Trennungen seit 2015 revitalisierte Band a-ha im Rampenlicht, die um künstlerisches Ansehen wie auch integeres Selbstwertgefühl ringt, um auch ja nicht als Oldie-Interpreten Missinterpretation zu erfahren.

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          Auf Understatement setzen Vokalist Morten Harket (62), Keyboarder Magne Furuholmen (59) und Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy (60), um mit der Fangemeinde auf kleinstem gemeinsamen Nenner zu kommunizieren. Anstatt sich triumphal als Langzeitüberlebende zu präsentieren, leistet das um drei kompetente Begleiter an Bass, Keyboards und Schlagzeug erweiterte Kerntrio Überzeugungsarbeit durch sein zum Teil mit erstaunlichem Tiefgang ausgestattetes Œuvre, eine gestochen scharfe HD-Bilderflut auf gigantischer Projektionsfläche sowie einem für Festhallen-Verhältnisse ziemlich patenten Klangbild. Es bleibt vornehmlich Magne Furuholmen vorbehalten, den verbalen Kontakt mit dem Publikum zu suchen.

          Kollektive Begeisterung bei putzigen Ansagen

          Mit putzigen Ansagen, wie schön es doch sei, wieder in Frankfurt zu sein und dass so viele den Weg in die Festhalle gefunden haben, löst er kollektive Begeisterung aus. Mehr auf den Punkt kommt Furuholmen, als er die wahrlich fantastischen Naturaufnahmen erläutert, die sich permanent im Hintergrund abspulen. Stammen diese doch aus einem Dokumentarfilm namens „True North“, dem a-ha den Soundtrack verpassten, der die Schönheit Nordnorwegens zeigt und der außerdem ein dringliches Anliegen beinhaltet.

          „Ich hoffe, dass nachfolgende Menschengenerationen sich besser um unseren Planeten kümmern und für ihn einsetzen werden“, erklärt Furuholmen in einem Anflug von Sarkasmus die Intention, Natur, Tierwelt, Klima und letztendlich auch die Menschheit zu retten. Vokalist Morten Harket, einst Aushängeschild wie Mädchenliebling des 1982 in Oslo formierten, wenig später ins damalige Pop-Mekka London emigrierten Trios, glänzt mit noch sporadischeren Wortbeiträgen und einer fast schon schüchternen Anti-Entertainment-Attitüde.

          Noch im­mer makellos ist seine mehroktavige Stimmakrobatik bis in Falsett-Höhen, perfekt eingebettet in die mehrstimmigen Gesangspassagen seiner Bandkollegen. Pål Waaktaar-Savoy wiederum lässt lieber seine diversen Gitarrenmodelle sprechen. In rund hundert Minuten demonstriert er überaus virtuose Fähigkeiten, möbelt den stellenweise allzu harmonischen a-ha-Sound mit erstaunlich verrockten Kabinettstückchen auf und erweist sich zudem als exzellenter Akustik- und Slide-Gitarrist.

          Vor allem im ersten Teil, mit einer Mixtur aus Charthits, dem James-Bond-Thema „The Living Daylights“, einem kompakten Auszug aus dem noch unveröffentlichten Werk „True North“ und der wunderbar adaptierten Carole-King-Coverversion „Crying In The Rain“, überwiegen die verwegenen Rock-Anteile. Nach zwanzigminütiger Pause setzt sich der Reigen fort mit einer Präsentation sämtlicher Songs der Debüt-LP „Hunting High And Low“. 37 Jahre nach Veröffentlichung bleiben unter dem Strich diverse signifikante Oden, aber eben auch einige lediglich passable Songs. Immerhin krönt das Hit-Triumvirat „The Sun Always Shines On T.V.“, „Hunting High And Low“ sowie „Take On Me“ als Zugabe das Finale.

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