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9. Türkisches Filmfestival : Eine große Filmnation

  • -Aktualisiert am

Kinofilme aus der Türkei spielen kaum eine Rolle außerhalb des Landes. Dabei sind in Städten wie Frankfurt, wo rund 30.000 Einwohner türkischer Herkunft sind, potentielle Zuschauer da. Für die, aber nicht nur sie wird seit 2000 ein eigenes Festival veranstaltet.

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          Mit rund 60 abendfüllenden Filmen pro Jahr gehört die Türkei nicht zu den kleinen Filmnationen, dennoch spielen die Produktionen vom Bosporus kaum eine Rolle außerhalb des Landes. Dabei sind in Städten wie Frankfurt, wo rund 30.000 Einwohner türkischer Herkunft sind, potentielle Zuschauer da. Für die, aber nicht nur sie wird seit 2000 ein eigenes Festival veranstaltet, das im Frankfurter Kino Cinestar Metropolis bis Sonntag wieder die Filmkultur des Landes vermittelt.

          Das inhaltliche Spektrum reicht von der Liebesromanze über das Drama bis zum Dokumentarfilm. Dass kein Kinderfilm dabei ist, liegt nicht am Veranstalter, sondern am Fehlen entsprechender Produktionen im Land. Von 15 in der Türkei entstandenen Langfilmen ist einer ein Klassiker, die anderen wurden 2008 oder 2007 gedreht. Der Eröffnungsfilm „Autos der Revolution“ (auch 8. November, 20 Uhr) spielt vor dem Hintergrund der Liberalisierung im Jahr 1961 und thematisiert die Einführung der ersten einheimischen Automarke. „Der letzte Henker“ geht zurück in die Zeit des Juntaregimes und erzählt vom Konflikt eines naiven Provinzlers mit der Militärjustiz. Am 8. November, dem Abschlusstag des Festivals, gibt es einen Kurzfilmwettbewerb mit acht Studentenbeiträgen. Eine Retrospektive mit den Filmen „Der Jammer“, „Lebensangst“ und „Die Herde“ ist Yilmaz Güney gewidmet, der 1982 mit „Yol – Der Weg“ in Cannes die Goldene Palme gewann.

          Förderung junger Regisseure

          Drei Dokumentarfilme türkischer Autoren sind in Deutschland produziert worden. „Ich gehe jetzt rein“ von Aysun Bademsoy, „Lauf um dein Leben – vom Junkie zum Ironmann“ von Adnan Köse und „Evet, ich will“ thematisieren die Herausforderungen der fremden Heimat. Dazu kommen „Unsere Erde – Der Film“, „Der weiße Planet“ und „We feed the world – Essen global“, drei der erfolgreichsten europäischen Dokumentationen der letzten Jahre.

          Im Rahmenprogramm sind Kostüme von Türkan Soray im Foyer des Hotels Westin Grand ausgestellt. Die „Sultana des türkischen Films“ genannte Schauspielerin wurde vor Festivalbeginn mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Zwei Podiumsdiskussionen widmen sich türkischen Schauspielern und ihren Rollen in deutschen Filmen sowie Ausbildung und Förderung junger Regisseure in der Türkei.

          Ehrenamtliche Einsätze

          Das recht umfangreiche Programm wurde ermöglicht, weil das auf mehr als 80.000 Euro geschätzte Budget zum Großteil durch Sachleistungen der Förderer und ehrenamtliche Einsätze abgedeckt wird. Bescheidene finanzielle Hilfe kommt von der hessischen Filmförderung, dem Frankfurter Amt für Wissenschaft und Kunst und dem städtischen Amt für multikulturelle Angelegenheiten. Die Saalbau hilft bei der Kinomiete, das Filmhaus Frankfurt ist organisatorisch engagiert.

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