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70 Jahre Luftbrücke : Im Drei-Minuten-Takt nach Berlin

Wie am Fließband: Vollbeladene „Skymaster“ warten auf dem Rhein-Main-Flughafen auf den Start. Bild: John Provan

Vor 70 Jahren war der Wiesbadener Militärflugplatz Erbenheim zusammen mit der Rhein-Main Air Base in Frankfurt einer der Angelpunkte der Luftbrücke – der größten luftgestützten Hilfsaktion aller Zeiten.

          5 Min.

          Auch Gail Halvorsen ist wieder dabei. Der Achtundneunzigjährige ist erst vor drei Wochen in Berlin gewesen – jetzt wird der berühmte „Candy Bomber“ im Rhein-Main-Gebiet erwartet. In den vergangenen Jahrzehnten hat der frühere Air-Force-Pilot praktisch bei allen Jubiläumsfeiern zur Berliner Luftbrücke im Mittelpunkt gestanden, ein ums andere Mal ist er über den Atlantik geflogen und hat nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Frankfurt und Wiesbaden zahllose Hände geschüttelt, für Tausende Erinnerungsfotos posiert und Hunderte Interviews gegeben. Er ist den Rummel gewöhnt, schließlich ist er der Vorzeigeveteran der größten luftgestützten Hilfsaktion der Geschichte. Auch im hohen Alter weiß er, wie man sich in der Öffentlichkeit präsentiert – an diesem Pfingstmontag wird er auf der großen Feier „70 Jahre Luftbrücke“ auf dem amerikanischen Militärflugplatz in Wiesbaden-Erbenheim erwartet.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Drehscheibe der Luftbrücke war die Rhein-Main Air Base in Frankfurt, aber das Herz dieser monumentalen Rettungsaktion schlug in Wiesbaden. Vom Hotel „Hamburger Hof“ an der Taunusstraße aus leitete Generalmajor William Tunner das Mammut-Unternehmen. Als er im Juli 1948 – etwa einen Monat nach dem Beginn der Blockade der Westsektoren Berlins durch die Sowjetunion – in der heutigen Landeshauptstadt eintraf, ähnelte die „Operation Vittels“, wie sie offiziell hieß, noch einem spontanen Husarenritt einiger abenteuerlustiger Piloten. Ein paar Wochen später funktionierte „The Big Lift“ dann wie ein Uhrwerk, denn mit Tunner und seinen Männern hatten Logistik-Profis das Kommando übernommen, die im Zweiten Weltkrieg die berühmt gewordene „The Hump“-Luftbrücke von Indien über den Himalaja nach China organisiert hatten.

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