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Kronberg : Neuer Rundweg um den Opel-Zoo

Der Philosophenweg - Der öffentliche Spazierweg führt durch den Kronberger Zoo und verbindet Kronberg mit Königstein Bild: Eilmes, Wolfgang

Königstein und Kronberg einigen sich darauf, dass der Philosophenweg zwischen ihnen dem Zoo einverleibt wird. Ein jahrelanger Streit ist beigelegt.

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          Im Streit um den Philosophenweg, der mitten durch den Opel-Zoo führt, haben die Städte Kronberg und Königstein mit dem Zoo eine Lösung ausgehandelt. Der Weg, der bisher ein öffentlicher Wanderweg zwischen Königstein und Kronberg ist, soll dem Gelände des Tiergeheges einverleibt werden. Der Philosophenweg wird dann kein öffentlicher Weg mehr, sondern nur noch mit Eintrittskarte zugänglich sein. Als Ersatz dafür wird ein Rundweg um den Zoo herum hergerichtet, auf dem Spaziergänger von Kronberg nach Königstein und zurück gelangen können. Für den Ausbau des Scheibelbuschwegs, der südlich am Zoo vorbeiführt, will der Zoo aufkommen. Außerdem erhalten Kronberger und Königsteiner die Jahreskarte für den Zoo zum halben Preis für 22,50 Euro, damit sie weiterhin über den Philosophenweg gehen können.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Darauf haben sich die Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) aus Königstein und Klaus Temmen (parteilos) aus Kronberg mit Thomas Kauffels geeinigt, Zoodirektor und Geschäftsführer der Stiftung, die das Tiergehege trägt. Diese Lösung sei in den vergangenen zwei Jahren ausgehandelt worden, berichtete Kauffels. Temmen sagte, das Konzept sei den Stadtverordneten beider Städte schon vorgestellt worden. Im nächsten Schritt hätten die Fraktionen darüber zu entscheiden. Der Zoo liegt auf der Gemarkung beider Städte, so dass Bebauungspläne in beiden Kommunen aufgestellt werden müssten, sagte Jürgen Odszuck (parteilos), Erster Stadtrat in Kronberg. Kauffels hofft, das der Wegebau im nächsten Jahr abgeschlossen werden kann. Bis dann werde auch das neue Elefantenhaus mit Freigehege fertig sein, das am südlichen Rand des Zoos liegen wird.

          Vandalismusschäden im Zoo

          Um den Philosophenweg war jahrelang gestritten worden. Der Weg bestand schon vor dem Zoo, der rechts und links von ihm gewachsen ist. Somit zerschneidet der Wanderweg das Tiergehege in zwei Hälften. Wer als Zoobesucher von einem Teil in den anderen gehen will, muss eine Kasse passieren und seine Eintrittskarte zeigen. Für die Besucher sei das lästig, sagte Kauffels, an Wochenenden bildeten sich Warteschlangen. Nach den Worten des Zoodirektors richten auch immer wieder Personen, die nachts über den Weg gehen, im Zoo Vandalismusschäden an. Dabei seien auch Tiere schon zu Schaden gekommen. Dieser Zustand sei die schlechteste aller denkbaren Möglichkeiten; kein Zoo in Europa sei in solcher Weise zerteilt, sagte Kauffels.

          Schon seit dem Jahr 2004 besteht ein Bebauungsplan, in dem zwei Brücken quer über den Philosophenweg vorgesehen sind, um beide Teile des Zoo miteinander zu verbinden, wie Temmen sagte. Doch die Brücken innerhalb des Geheges seien eine schlechte Lösung, sie verdürben das Landschaftsbild, sagte Helm. Als Alternative zu den Brücken habe die Stadt Kronberg vor Jahren mit dem Zoo vereinbart, dass der Weg dem Zoogelände zugeschlagen werde, im Gegenzug sollten alle Kronberger freien Eintritt erhalten. Dagegen hatte sich im Jahr 2006 Protest von Kronberger Bürgern geregt, die den Philosophenweg offen halten wollten. Auch in Königstein war gegen dieses ältere Konzept Kritik laut geworden, auch die Königsteiner wollten eine öffentliche Wegeverbindung zur Nachbarstadt behalten.

          Temmen räumte ein, dass das alte Konzept auch daran gescheitert sei, dass Königstein nicht eingebunden gewesen sei. Die neue Lösung werde nun von beiden Städten getragen. Nach Odszucks Worten werden am Scheibelbuschweg, der bisher einem Waldweg ähnelt, Lichtungen geschaffen. Auf der Höhe des neuen Elefantengeheges sei ein Ausblick in den Zoo möglich. Es werde auch eine Aussichtsstelle angelegt, um den Blick auf die Falkensteiner Burg genießen zu können.

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