https://www.faz.net/-gzg-8j0q0

Eintracht Frankfurt : „Es ist Zeit für einen Neustart“

Passt! Branimir Hrgota schlüpft ins neue Eintracht-Trikot. Bild: Jan Huebner

Krombacher steigt für eine Saison als Hauptsponsor ein. Branimir Hrgota ist schon da, Ante Rebic und weitere Spieler sollen folgen. Die Eintracht holt Schwung für eine bessere Zukunft.

          4 Min.

          Die Anziehungskraft hat nicht gelitten. Die vergangene Saison war keine gute für die Eintracht. Trotzdem oder gerade deswegen blieb das Interesse an ihren Auftritten hoch. Die Zuschauerzahlen in der Arena gaben – im Gegensatz zur über weite Strecken dargebotenen Fußballunterhaltung – den Verantwortlichen keinen Grund zur Klage. Und auch die Einschaltquoten ließen nichts zu wünschen übrig. Im Reichweiten-Ranking von Sky zählten die Frankfurter stets zu den „Top 6“.

          Entsprechend selbstbewusst ging der Vorstand in den vergangenen Wochen in die Verhandlungen, als es darum ging, einen Nachfolger für die sich freiwillig aus dem Bundesliga-Business zurückziehende Fiat AG zu suchen. Gefunden wurde mit der Brauerei Krombacher ein alter Bekannter, der sich bereit erklärte, künftig einen größeren Beitrag zu leisten, damit der Klub bei seinem Wunsch, sportlich neue Ziele ins Auge zu fassen, auf zahlungskräftige Unterstützung zählen kann.

          Krombacher überweist eine ansehnliche Summe

          Das Unternehmen lässt sich sein Engagement schätzungsweise sechs Millionen Euro in den kommenden zwölf Monaten kosten – dann rutscht es (den jetzigen Plänen zufolge) freiwillig wieder in die zweite Reihe der Geldgeber. Eine erkleckliche Summe ist es auf jeden Fall für einen Fast-Absteiger, der feststellte, dass er in der Gunst der Sponsoren wesentlich weiter oben angesiedelt ist als zuletzt in der Tabelle. Zum Vergleich: Die Barmenia-Versicherung ließ sich ihren Einstieg als Partner von Bayer Leverkusen, immerhin ein Verein mit Champions-League-Ambitionen, mehrere hunderttausend Euro weniger kosten.

          Axel Hellmann sprach denn auch von einem „freudigen Tag“ für die Eintracht. In den Worten des Vorstandsmitglieds war von einer „werthaltigen Übereinkunft“ die Rede, die Planungssicherheit schaffe. Krombacher steigt zunächst bis zum Sommer 2017 als Hauptsponsor ein und verlängerte darüber hinaus die bestehende Geschäftsbeziehung als „Premium-Partner“ bis 2024. „Uns, der wir ein Klub des Mittelstands sind, ist es gelungen, uns weiter nach oben zu verbessern“, kommentierte Hellmann das Abkommen, „das ist ein gutes Zeichen.“ Details des Deals nannte er nicht.

          Drei Kandidaten buhlten zuletzt um Sponsoring

          Dem Vernehmen nach soll die wirtschaftliche Dimension die Größenordnung übertreffen, die der bis zum 30. Juni gültigen Abmachung mit dem italienischen Autobauer zugrunde lag. Mit Fiat gab es unter anderem Vereinbarungen, die den Fuhrpark betrafen und eingerechnet wurden. Nun sei der Deckungsbeitrag, der zur Verfügung stehe, um den Umbau der Mannschaft zu gestalten, ein höherer, sagte Hellmann. Er nannte das Ergebnis, das die Eintracht in der Kürze der Zeit nach dem am 23. Mai im Relegations-Rückspiel in Nürnberg verhinderten Absturz in die zweite Liga erzielt habe, „herausragend“.

          Bis zuletzt sollen drei Kandidaten um die Gunst der Hessen gebuhlt haben. Uwe Riehs, der Marketing-Geschäftsführer von Krombacher, sagte, die Festlegung auf eine vorübergehende Rückkehr als Hauptsponsor erlaube der Eintracht eine „strategische Flexibilität“. Schon einmal, in der Spielzeit 2012/2013, überbrückte die Eintracht mit Krombacher nach dem Ausstieg von Fraport kurzfristig eine Vakanz. Riehs deutete beiläufig an, das Familienunternehmen aus dem Siegerland sei der Eintracht abermals „zur Seite gesprungen“. Es sei nicht das primäre Vorhaben gewesen, wieder sichtbar auf der Trikotbrust zu erscheinen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.