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Corona-Krise und Kriminalität : Häusliche Gewalt statt Kneipenschlägereien

Im Einsatz: Ein Polizeiwagen am südlichen Mainufer Bild: dpa

Frankfurt befindet sich fest im Würgegriff der Corona-Pandemie. Doch wie könnte sich die Extremsituation auf die Kriminalität ins Hessens größter Stadt auswirken?

          2 Min.

          Vor einigen Tagen wurde die Polizei in Frankfurt zu einem Supermarkt gerufen. Der Tatvorwurf: Ein Mann habe einer Frau, die die letzte Packung Toilettenpapier ergattert habe, ebenjene aus dem Einkaufswagen gestohlen. Es kam zum erbitterten Streit. Vorfälle wie diese sind glücklicherweise bisher nicht massenhaft vorgekommen, seitdem die Hamsterkäufe den normalen Wocheneinkauf abgelöst zu haben scheinen. Zumindest aber zeigt diese Anekdote: Nicht nur die Bürger müssen zusehen, wie sie mit der Corona-Krise zurechtkommen. Sondern auch die Polizei.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Noch kann niemand sagen, wie sich die Kriminalität in Hessens größter Stadt in den nächsten Wochen entwickeln wird. Nicht wenige Beamte sehen es als „großes gesellschaftliches Experiment“. Wird es weniger Straßenkriminalität geben, weil sich bald niemand mehr im öffentlichen Raum aufhalten wird? Was machen die Diebe, wenn es keine Passanten mehr gibt, denen sie das Portemonnaie aus der Tasche ziehen können? Und wie verhalten sich die Dealer, wenn im Frankfurter Bahnhofsviertel bald keine Abnehmer mehr vorhanden sind, weil sie geschützt in den sozialen Einrichtungen untergebracht werden und sich spätestens seit Sonntag ohnehin nicht mehr in Gruppen auf der Straße treffen dürfen? Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt sagt, man könne nur abwarten und reagieren. „So, wie die Polizei das immer macht.“

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