https://www.faz.net/-gzg-aaa9f

Weniger Kriminalität : Einbrecher mit „Corona-Blues“

Per Telefon: Im Main-Taunus-Kreis gerieten Senioren oft ins Visier von Betrügern (Symbolbild). Bild: obs

Im vergangenen Jahr sind im Main-Taunus-Kreis weniger Straftaten verzeichnet und mehr aufgeklärt worden. Vor allem Senioren wurden dennoch häufig Opfer von Trickbetrügern.

          3 Min.

          Die gesamte Wohnung ist durchwühlt, Schubladen sind aus ihrer Verankerung gerissen und manchmal finden sich sogar Fäkalien-Hinterlassenschaften in Betten und auf Sesseln. Einbrüche zählten im Main-Taunus-Kreis in den vergangenen Jahren stets zu jenen Delikten, die die Polizei mit allen Mitteln präventiv verhindern wollte. Denn die Betroffenen plagt das Gefühl, in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher zu sein, viel stärker als der Verlust von Bargeld und Schmuck. In der Kriminalstatistik 2020, die Polizeidirektor Urban Egert nun vorstellte, sind Einbrüche mit 230 Fällen auf einen neuen Tiefstand gefallen. Der Rückgang um 38 Prozent ist aber nicht nur verstärkten Polizeikontrollen und der Arbeit der Präventionsräte in den zwölf Kommunen zu verdanken. Vielmehr schieben die Einbrecher, wie es Landrat Michael Cyriax (CDU) ausdrückte, „den Corona Blues“.

          Heike Lattka
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Insgesamt setze sich ein positiver Trend fort: „Der Main-Taunus-Kreis ist ein sehr sicherer Landkreis“, hob Cyriax hervor. Erstmals fielen die gesamten Fallzahlen unter die 10.000-Marke auf nunmehr 9625. Zudem sank die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner, auf 4035 Fälle; das liege abermals deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 5446. Dies unterstreiche eine erstklassige Polizeiarbeit, auch wenn die Zahlen vielleicht dadurch begünstig würden, dass die Menschen im vergangenen Jahr oftmals im Homeoffice waren, ihr Auto weniger bewegten und kaum Urlaubsreisen machten.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Wie sensibel darf es sein? Der Philosoph Richard David Precht während der phil.Cologne im September 2021

          Precht und Flaßpöhler : Sie nennen es Freiheit

          Die haltlosen Behauptungen der Impfskeptiker dringen immer weiter in die bürgerliche Mitte vor. Für die neue pandemische Situation ist das fatal.
          Bei sechsstelligen Beträgen auf dem Girokonto kassieren Banken gerne „Parkgebühren“.

          Tipps zum Umgang mit Geld : Wie Sie die Schulden wieder loswerden

          Wer viel Geld auf dem Girokonto hat, muss Strafzinsen zahlen. Deswegen würden viele Anleger jetzt gerne alte Kredite schneller tilgen, doch die Banken blockieren. Mancher Weg aus diesem Dilemma erfordert starke Nerven.