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Korruption am Flughafen : Anklage will drei Jahre Haft für Ardi Goldman

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Geht es nach der Staatsanwaltschaft, muss er wegen Bestechung hinter Gitter: der Frankfurter Immobiliengeschäftsmann Ardi Goldman Bild: Helmut Fricke

Geht es nach der Staatsanwaltschaft, muss der Immobiliengeschäftsmann Ardi Goldman wegen Bestechung hinter Gitter. Am Dienstag plädieren die Anwälte der Angeklagten im Frankfurter Flughafen-Prozess.

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          Im Prozess um Schmiergelder in Millionenhöhe beim Ausbau des Frankfurter Flughafens hat die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft für den mitangeklagten Immobiliengeschäftsmann Ardi Goldman gefordert. Er habe sich der gewerbsmäßigen Bestechung im geschäftlichen Verkehr strafbar gemacht, sagte Staatsanwalt Christopher Wenzl am Montag vor dem Landgericht Frankfurt.

          Für den mitangeklagten Projektentwickler Jürgen Harder beantragte die Anklage eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, als Auflage soll eine Zahlungsverpflichtung über sechs Millionen Euro hinzukommen. Die Bewährungsstrafe habe Harder insbesondere seinem frühzeitigen umfassenden Geständnis zu verdanken, sagte Oberstaatsanwältin Kerstin Lotz.

          Für einen mitangeklagten Makler, über den die Zahlungen an einen Ende September tödlich verunglückten ehemaligen Mitarbeiter des Flughafenbetreibers Fraport liefen, forderte die Staatsanwaltschaft mit drei Jahren und vier Monaten die höchste Strafe. Auch dieser Angeklagte hatte gestanden. Der vierte Beschuldigte soll eine zweijährige Bewährungsstrafe erhalten.

          Bei allen Angeklagten ging die Staatsanwaltschaft von gewerbsmäßiger Bestechung im geschäftlichen Verkehr aus. An diesem Dienstag sollen die Verteidiger ihre Plädoyers halten. Das Gericht wird danach den Termin für die Urteilsverkündung bekanntgeben.

          Rund sechs Millionen Euro Schmiergelder sollen laut Anklage für die bevorzugte Vergabe von Erbbaurechten versprochen worden, wenn auch nicht komplett geflossen sein. Goldman hatte vor Gericht bestritten, bei dem Grundstücksgeschäft Schmiergelder eingesetzt zu haben. Harder hatte vor Gericht von einem „großen Fehler“ gesprochen, da er geahnt habe, dass nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Er bestreitet jedoch ebenfalls, selbst Schmiergelder gezahlt zu haben.

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