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Wiesbaden : Koranverteilung verboten

Kostenloses Exemplar: Bei der sogenannten „Lies“-Kampagne verteilen Salafisten in den Innenstädten Korane. Bild: dpa

Schon länger lässt Wiesbaden nur in Einzelfällen die Koranverteilung in der Stadt zu. Nun hat sie zwei Salafisten die Verteilung in der Fußgängerzone untersagt. Auch in Frankfurt wird ein Verbot der „Lies“-Kampagne gefordert.

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          Das Ordnungsamt hat am Samstag die Verteilung von Koranen durch zwei Salafisten in der Wiesbadener Fußgängerzone untersagt. Die Personen hatten ohne die erforderliche Sondernutzungserlaubnis Passanten angesprochen, berichtete Ordnungsdezernent Oliver Franz (CDU). Daraufhin habe die Stadtpolizei die Aktion gestoppt und den beiden einen Platzverweis erteilt. Weil die Stadt in den vergangenen Monaten die Koranverteilung an Informationsständen nur noch in Einzelfällen zugelassen habe, seien die Verteiler nun mit den Koranen im Rucksack in der Fußgängerzone unterwegs. Sie sprächen die Passanten an und unternähmen zum Teil hartnäckige Versuche, die Menschen für ihre Sache zu gewinnen.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In den zurückliegenden Wochen hätten sich viele Bürger beim Ordnungsamt gemeldet, die sich durch die Missionierungsversuche in der Stadt erheblich gestört und bedrängt fühlten, so Franz. Die Stadtpolizei gehe dagegen inzwischen verstärkt vor. Wer sich belästigt fühle, könne unter der Rufnummer 06 11/31 33 33 die Leitstelle der Stadtpolizei verständigen. Dann könnten die Streifen sofort eingreifen.

          Auch in Frankfurt wird das Verteilen von Koranen im Zusammenhang mit der von Salafisten gesteuerten „Lies“-Aktion seit Jahren kritisiert. Zuletzt hatte der CDU-Kreisvorsitzende Uwe Becker ein Verbot der „Lies“-Kampagne gefordert. Das Ordnungsdezernat äußerte sich nicht zu Möglichkeiten eines verschärften Vorgehens gegen die Salafisten.

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