https://www.faz.net/-gzg-8w5pj

Grundschule Rebstock Frankfurt : Kopfweh und Übelkeit: Stadt holt Gutachten ein

Erst gut zwei Jahre alt: Grundschule Rebstock Bild: Amadeus Waldner

Mit einem baubiologischen Gutachten reagiert die Stadt Frankfurt auf Klagen von Schülern der Grundschule Rebstock über Kopfschmerzen und Übelkeit. Die gemessen Kohlendioxidkonzentrationen seien gering, heißt es.

          Die Kopfschmerzen und das Unwohlsein einiger Kinder an der Grundschule am Rebstock sind nicht auf schädliche Luft in den Klassenräumen zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des Gesundheitsamts in drei Klassen und der Turnhalle, wie Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) mitteilte. Fachleute hätten keine auffälligen Werte ermittelt. „Die Kohlendioxidkonzentrationen, die als Indikator für die Raumluftqualität gemessen wurden, waren niedrig und zeigten, dass die raumlufttechnische Anlage im Messzeitraum gut funktionierte“, erläuterte Weber. Eine Beeinträchtigung der Gesundheit sei „in dieser Hinsicht“ nicht zu befürchten.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weil etwa 20Kinder schon seit Dezember über Beschwerden klagen, will die Dezernentin nach eigenen Angaben nun weitere Luftmessungen und ein baubiologisches Gutachten in Auftrag geben. In einem solchen Gutachten werden Räume zum Beispiel auf Schimmelpilze, schädliche Baustoffe und Elektrosmog hin untersucht. Die Aussagen mancher Eltern zu den Beschwerden ihrer Kinder nehme sie sehr ernst, sagte Weber.

          Erst 2014 eröffnet

          Die Dezernentin wies außerdem darauf hin, dass die Luftqualität in Passivhäusern wie der Rebstockschule von der raumlufttechnischen Anlage abhänge, aber auch davon, ob die Anlage richtig bedient werde und die Nutzer die Klassen vorschriftsmäßig lüfteten. Zudem sei festgestellt worden, dass die Anlage oder deren Steuerung zwischen dem 23.Januar und dem 15.Februar ausgefallen sei. Die deshalb schlechte Raumluft in dem Zeitraum könne ein Grund für die geschilderten Beschwerden sein.

          Die Anlage in der Bockenheimer Grundschule, die im Sommer 2014 eröffnet worden war, sei nun neu eingestellt worden, so dass es keine Schwierigkeiten mit der Kohlendioxid-Konzentration mehr geben sollte, sagte Weber. Sie kündigte außerdem an, in allen Passivbauten, in denen Kitas und Schulen untergebracht seien, sogenannte CO2-Ampeln installieren zu lassen, die zu hohe Kohlendioxidwerte in den Räumen anzeigten. „So ist sofort für Kinder und Lehrkräfte erkennbar, wann gelüftet werden muss.“

          Wegen gereizter Augen und Atemwege waren am 20.Dezember acht Grundschulkinder und neun Erwachsene von der Rebstockschule aus in Krankenhäuser gebracht worden. Nach Arbeiten an einem Fußboden hatten sie über Beschwerden geklagt. Bei den Arbeiten war ein Klebstoff-Gemisch verwendet worden, das die Reizungen auslöste. Aus dem Klebstoff, den ein Mitarbeiter einer privaten Baufirma zum Verlegen eines Fußbodens verwendet hatte, war ein giftiges Gas ausgetreten.

          Nach damaligen Angaben des Bildungsdezernats hatte der Mann mit einer Art flüssigem Polyester in einem Raum hantiert, der von den Betreuungsräumen getrennt ist. Doch habe die Klimaanlage die gesundheitsschädlichen Dämpfe eingesaugt und im Gebäude verteilt.

          Weitere Themen

          Aufstieg nicht ausgeschlossen

          Frankfurts SPD-Chef Mike Josef : Aufstieg nicht ausgeschlossen

          2002 wählte er aufgrund seiner christlichen Prägung noch CSU-Kanzlerkandidat Stoiber. Heute ist Mike Josef Frankfurter Planungsdezernent und Hoffnungsträger der Sozialdemokratie. Welche Türen stehen ihm zukünftig noch offen?

          Lilien freuen sich auf Ausflug nach Osnabrück

          Zweite Liga : Lilien freuen sich auf Ausflug nach Osnabrück

          Zum Abschluss des dritten Zweitliga-Spieltags trifft Darmstadt 98 auf den VfL Osnabrück. Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis freut sich auf das Spiel. Er muss jedoch auf einige Spieler verzichten.

          Topmeldungen

          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.