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Kontakte zur Salafisten-Szene : Frankfurter Schüler offenbar als Kämpfer in Syrien getötet

  • Aktualisiert am

Rekrutierung: Salafistische Prediger, hier eine Veranstaltung im September in Frankfurt, werben die Freiwilligen an - manchmal direkt auf dem Schulhof Bild: Fabian Fiechter

Innenminister Rhein hat ein bundesweites Netzwerk vorgeschlagen, um der Radikalisierung junger Muslime entgegenzuwirken. Jetzt soll ein von Salafisten angeworbener Frankfurter Schüler in Syrien getötet worden sein.

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          Ein 16 Jahre alter Schüler aus Frankfurt soll im Bürgerkrieg in Syrien ums Leben gekommen sein. Das sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu. Die Eltern hätten den Jungen von der Schule abgemeldet und es gebe noch andere Hinweise auf seinen Tod. Eine offizielle Bestätigung hatten aber auch das Bundeskriminalamt und das Auswärtige Amt zunächst nicht. Diese sei jedoch auch schwer zu bekommen, da der Jugendliche gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad gekämpft haben soll, sagte Möller-Scheu.

          Möglicherweise sei auch ein mehr als 30 Jahre alter Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet in Syrien ums Leben gekommen, sagte Möller-Scheu. Insgesamt sind nach Erkenntnissen der Ermittler 23 Jugendliche und Erwachsene aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Syrien gereist, sechs von ihnen seien inzwischen wieder zurückgekehrt.

          Aus ganz Deutschland sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden mehr als 240 Muslime nach Syrien gereist. Salafistische Prediger werben die Freiwilligen an - manchmal direkt auf dem Schulhof. So zogen nach Darstellung des Innenministeriums neun Schüler aus dem Rhein-Main-Gebiet in den Bürgerkrieg.

          Angebote vom Schuldezernat

          Der getötete Jugendliche soll Berichten zufolge aus einer türkischstämmigen Familie kommen, Kontakte in die  salafistische Szene gehabt haben und an einer Frankfurter Berufsschule angeworben worden sein. Der Junge soll vor wenigen Tagen ums Leben gekommen sein, kurz nach seiner Ankunft in Syrien. Im Internet werde er von radikalen Islamisten als „Märtyrer“ gefeiert.

          Frankfurts Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg
          (Grüne) sagte: „Wir müssen den Jugendlichen Chancen in unserer Gesellschaft bieten und ihnen Werte vermitteln, die besser sind als die der Radikalen.“ Das Schuldezernat bietet nach eigener Darstellung eine Reihe von Schulungsangeboten für Jugendliche, denen die berufliche Perspektive fehlt. Es mache auch Angebote, um salafistische Umtriebe an den Schulen zu unterbinden.

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