https://www.faz.net/-gzg-7h5fi

„Komplette Schulden abnehmen“ : Main-Taunus-Kliniken nicht mehr liquide

Im Zuge der Fusion mit den städtischen Kliniken Höchst sollen die Main-Taunus-Kliniken gesunden - doch schon jetzt ist Hilfe nötig Bild: Sick, Cornelia

Die Main-Taunus-Kliniken sind in Geldnot. Der Kreis will acht Millionen Euro Soforthilfe bereitstellen.Landrat Cyriax, fordert, dem Krankenhaus zu kompletten Schulden abzunehmen.

          Die finanzielle Lage der Kliniken des Main-Taunus-Kreises ist dramatischer als bisher bekannt: Offenbar verfügen die Krankenhäuser in Hofheim und Bad Soden über keine liquiden Mittel mehr. Der Haupt- und Finanzausschuss des Kreistags empfahl deshalb gestern einstimmig einen sofortigen Zuschuss von acht Millionen Euro. Zuvor hatte der Ausschuss für Eigenbetriebe das gleiche Votum abgegeben. Das Geld kann frühestens nach der nächsten Kreistagssitzung am 9. September fließen. Zuletzt war 2012 das Sanierungsziel mit einem Kassenminus in Höhe von elf Millionen Euro verfehlt worden.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Im Interview mit der Rhein-Main-Zeitung (siehe E-Paper) sprach sich Landrat Michael Cyriax (CDU) für die Übernahme der gesamten Schulden des Gesundheitskonzerns von 100 Millionen durch den Main-Taunus-Kreis aus. Diese Überlegung steht im Zusammenhang mit der derzeit diskutierten Fusion der Kliniken mit dem städtischen Frankfurter Krankenhaus in Höchst. Spätestens Anfang Oktober soll ein Abschlussbericht zu der Frage vorliegen, ob ein Zusammenschluss beide Kliniken stärken und Einsparungen auf dem umkämpften Gesundheitsmarkt ermöglichen würde.

          Bewilligung des Kassenkredits

          Die Gesellschaft der Main-Taunus-Kliniken stecke in einer Sanierungs- und Restrukturierungsphase, sagte Cyriax, der qua Amt Aufsichtsratsvorsitzender des Gesundheitskonzerns ist, gestern im Ausschuss. Daher benötigten die Kliniken von ihrem Gesellschafter, dem Kreis, abermals Geld, um ihre Zahlungsverpflichtungen einhalten zu können. Die Liquiditätshilfe sei als Kassenkredit vorgesehen, den der Kreis gewähre. Da die Bewilligung des Kassenkredits mit einer Rückzahlungsverpflichtung verbunden sei, werde die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit allein dadurch nicht beseitigt. Deshalb müsse der Kreis außerdem eine Gesellschaftererklärung abgeben. Diese Erklärung bedürfe jedoch keiner Genehmigung. Dies habe eine Prüfung durch das Regierungspräsidium Darmstadt ergeben.

          In der Gesellschaftererklärung steht, dass die hundertprozentige Tochtergesellschaft des Kreises den Kapitaldienst der vom Kreis verbürgten Darlehen nicht erwirtschaften kann. Deshalb stünden im Rahmen der Haushaltsberatungen weitere Beschlüsse an, heißt es in dem Papier weiter.

          Weitere Themen

          Orient und Okzident

          Goethe-Ausstellung : Orient und Okzident

          Vor 200 Jahren erschien Goethes Gedichtsammlung „West-östlicher Divan“. Aus diesem Anlass zeigt das Frankfurter Goethe-Haus eine Ausstellung zur Entstehungsgeschichte dieses interkulturellen Werks.

          Topmeldungen

          Jeder hat sein Kreuz zu tragen: Matteo Salvini am Strand auf Sizilien.

          Italienische Regierung : Ohne den Segen des Papstes

          Italiens Innenminister Salvini gibt sich gerne als gläubiger Christ. Damit hat er den Zorn Franziskus’ auf sich gezogen – und am Ende auch den des scheidenden Ministerpräsidenten Conte.

          An Scholz’ Seite : Manchmal liegt das Glück ganz nah

          Das Rennen um den SPD-Vorsitz geht weiter: Wofür die Kandidatin an Scholz’ Seite steht – und wieso der erfolgsverwöhnte Niedersachse Stephan Weil plötzlich beschädigt ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.