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Kommunalwahlen in Hessen : Grüne siegen nicht nur in Frankfurt – CDU im Land aber weiter vorn

Läuft: Nicht nur in Frankfurt muss die Schar der Wahlhelfer außergewöhnlich viele Briefwahlstimmen auszählen Bild: Lucas Bäuml

Die Grünen liegen in Frankfurt und Darmstadt vorn. In der Studentenstadt Gießen verdoppeln sie ihr Ergebnis. dennoch bleibt die Hierarchie im Land bestehen. Die Kommunalwahl im Liveblog.

          8 Min.

          Im Laufe der Auszählung ist klar geworden: Die Grünen legen besonders in Großstädten, allen voran Frankfurt, und studentisch geprägten Städten wie Gießen zu. Die SPD kann ihre Hochburgen Hanau und Offenbach halten. Die CDU ist in Wiesbaden knapp vorn. Die AfD lässt in vielen Kommunen merklich Federn. Die FDP und die Linken behaupten sich in der Tendenz. Und es haben sich besonders in vielen größeren Städten mehr Berechtigte am Urnengang beteiligt als 2016, wobei Wiesbaden eine Ausnahme bildet.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.
          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dem Erstarken der Grünen zum Trotz: Die CDU bleibt nach dem Trendergebnis die erste politische Kraft in Hessen. Das ergibt sich aus den Zahlen, die der Landeswahlleiter mitgeteilt hat. Demnach kommt die Union nach den Wahlen zu Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen auf 28,2 Prozent nach 28,9 Prozent vor fünf Jahren. Die SPD folgt mit 23,3 Prozent nach 28,5 Prozent. Die Grünen verbessern sich deutlich von 11,3 Prozent auf 19,4 Prozent, bleiben auf auf Platz drei. Die FDP verbessert sich um zwei Zehntel auf 6,6 Prozent. Das genügt ber nicht, um die AfD zu überholen. Die AfD holt 8,1 Prozent, ein Minus von fast vier Prozentpunkten. Die Linke verbessert sich von 3,5 Prozent auf 4,1 Prozent.

          Für das Trendergebnis wurden nur die Listenkreuze von knapp 1,42 Millionen Wahlzellen ausgewertet. Gut 912.000 Wahlscheine müssen noch ausgezählt werden. Die Wahlbeteiligung ist demnach von 48 Prozent auf 50,4 Prozent gestiegen. Gut 2,4 Millionen der 4,77 Millionen Berechtigten haben laut Landeswahlleiter am Urnengang teilgenommen.

          Frankfurter Grüne gewinnen zehn Prozentpunkte hinzu

          Der Trend für Frankfurt sieht so aus: Nach allen 516 Wahllokalen kommt die Union auf 23,6 Prozent (2016: insgesamt 24,1) und die SPD auf 16,6 (23.8), die Grünen vereinigen 25,6 Prozent (15,3) auf sich, die AfD haben 5,8 Prozent gewählt, die FDP 8,1 Prozent. Die Linke kommt auf 7,6 Prozent. Unter den anderen ragt Volt mit 3,5 Prozent heraus. Da es keine Sperrklausel wie die Fünf-Prozent-Hürde bei Kommunalwahlen gibt, sitzt Volt sicher im Rathaus Römer. In diesen Wahllokalen sind jene Wahlzettel ausgezählt, auf denen weder kumuliert, noch panaschiert wurde. 44,6 Prozent der Berechtigten haben gewählt.

          Im benachbarten Offenbach hat die SPD leicht von 24,8 Prozent auf 26,1 Prozent zugelegt nach Auswertung der Listenkreuze aller 103 Wahlbezirke. Die CDU fällt von 24,1 Prozent auf 18,8 Prozent, während die Grünen von 14,5 Prozent auf 18,7 Prozent klettern. Für die AfD stehen 9,7 Prozent zu Buche nach neun Prozent, die Linke kommt auf 9,1 Prozent nach 7,8 und die FDP auf 6,3 Prozent nach 9,5 Prozent. Die Freien Wähler legen von 2,7 Prozent auf 4,1 Prozent zu.

          In Darmstadt führen die Grünen nach 137 Wahllokalen nach Listenkreuzen deutlich mit 28,4 Prozent (29,7) vor der SPD mit 16,4 (17,2) und der CDU mit 16 Prozent (18,2). Die AfD und die FDP liegen fast gleichauf mit jeweils um 5,75 Prozent, wobei die AfD merklich verliert und die FDP sich knapp behauptet im Vergleich zu 2016. Die Linke schafft ein Zehntel mehr auf 6,9 Prozent, Volt kommt aus dem Stand auf 6,5 Prozent, die lokale Liste Uffbasse auf 5,7 Prozent (7,7).

          In Hanau bleibt die SPD trotz deutlicher Verluste erste Kraft mit 30,4 Prozent (37,1), wobei die Listenkreuze in den 123 Wahlbezirken ausgezählt sind, also die unveränderten Wahlscheine ohne Kumulieren und Panaschieren. Die CDU verzeichnet 26,8 Prozent (22,8), legt also zu. Stärker verbessern sich die Grünen und zwar von knapp zehn auf 16,5 Prozent. Die FDP liegt bei 7,2 Prozent (7,6), die Republikaner kommen nach Verlusten auf 6,1 Prozent (9,6), die Liste BfH gibt Anteile ab (4,65 nach 7,7 Prozent). Die Linke steht bei 4,15 Prozent.

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