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Hessen : Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Kommunalwahl

Minister Schäfer: AfD verschwindet wieder

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) rechnet nicht mit einer Etablierung der AfD im hessischen Parteienspektrum. Bei der Kommunalwahl 1993 sei eine ähnliche Situation gewesen, als die Themen Zuwanderung und Asylrecht die Menschen emotional bewegt hätten, sagte Schäfer am Abend in
Gießen. Das habe dann die Republikaner in vergleichbaren Größenordnungen in die Parlamente gebracht. „Und die sind danach auch wieder verschwunden“, sagte er.

Linken-Chefin Heidemarie Scheuch-Paschkewitz ist mit den ersten Wahltrends ihrer Partei bei der hessischen Kommunalwahl zufrieden. Nach den Ergebnissen habe sich die Linke durchweg verbessert, sagte die Parteivorsitzende am Sonntagabend in Homberg.

Anspannung: Die CDU-Dezernenten (v.l.) Daniela Birkenfeld, Uwe Becker (3. von links) und Jan Schneider (rechts) verfolgen die Stimmauszählung gemeinsam mit den Ministern Boris Rhein (Mitte) und Michael Boddenberg (2. von rechts)

In Bad Karlshafen hat keine der großen Parteien die Nase vorn. Nach Angaben des Wahlleiters konnte die CDU 17,2 Prozent der Stimmen holen nach 27,3 Prozent vor fünf Jahren. Die SPD kommt auf 22,1 Prozent nach 33,5 Prozent. Die Freien Wähler (FWG) haben 38,3 Prozent bekommen, 2011 waren es 39,2 Prozent gewesen.

Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD), die erstmals antrat, erreichte auch dem Stand 22,3 Prozent. Ausgezählt sind nur Stimmzettel, bei denen ein Wahlvorschlag unverändert angenommen worden ist (Listenkreuz). Stimmzettel ohne Listenkreuz sind noch nicht ausgewertet, wie es heißt. Knapp 52 Prozent der Berechtigten gingen zur Wahl.

Nur sechs Sekunden nach Bad Karlshafen hat das Trendergebnis aus Neuenstein vorgelegen. In der Gemeinde im Nordosten Hessens haben sich 57,8 Prozent der Wahlberechtigten beteiligt. In Neuenstein traten nur CDU und SPD an. Die Union vereinigte 60,4 Prozent nach 59,2 Prozent, die SPD 39,6 Prozent nach 40,8 Prozent auf sich.

Starke Freie Wähler legen zu

Um 18.56 Uhr und damit nur elf Minuten nach Bad Karlshafen hat die Gemeinde Jossgrund aus dem Main-Kinzig-Kreis ihr Trendergebnis gemeldet. Dort kommt die CDU auf 25,7 Prozent nach 38,4 Prozent, die SPD legte leicht von 15,4 auf 16 Prozent zu. Die Freien Wähler verbesserten sich offenkundig zu Lasten der Union von 46,1 Prozent auf 58,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag in Jossgrund bei 65,5 Prozent.

Bedient: Manuel Stock, Fraktionschef der Grünen im Frankfurter Rathaus Römer

Wie in Jossgrund ist auch in Ortenberg in der Wetterau die AfD gar nicht erst angetreten. Knapp die Hälfte der Wahlberechtigten gingen dort zu den Wahlurnen. Das Listenkreuz setzten 26,8 Prozent bei der CDU nach 29 Prozent vor fünf Jahre, 41,9 Prozent bei der SPD, die 2011 auf 41,4 Prozent kam. Die örtliche Gruppierung BiO erreichte 10,8 Prozent nach 16,3 Prozent, die FWG 20,5 Prozent nach 13,3 Prozent. Dieses Ergebnis ging gegen 19 Uhr ein.

Bürgerleisten unterschiedlich erfolgreich

Kurz zuvor meldete Rosenthal im Kreis Waldeck-Frankenberg 55 Prozent für die CDU nach 44,6 Prozent vor fünf Jahren, 19,8 Prozent für die SPD (20,6) und 25,2 Prozent nach 34,9 Prozent für die örtliche Bürgerliste Roda.

Ebenfalls seit 19 Uhr ist das Trendergebnis für Hirschhorn am Neckar bekannt. Demnach hat die Union in der südhessischen Gemeine von 38,5 Prozent auf 24,8 Prozent verloren, die SPD von 31,1 Prozent auf 35,2 Prozent gewonnen und die Gruppierung Profil Hirschhorn sich von 30,4 Prozent auf 39,9 Prozent verbessert.

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