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Kommentar zur SPD : Hoffnung auf Direktmandate

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„Es wird natürlich unheimlich schwierig, die Union zu überholen“: der Frankfurter SPD-Politiker Klaus Oesterling Bild: Wolfgang Eilmes

Die SPD kommt im Bund nicht aus dem Umfragetief: Die sozialdemokratischen Wahlkämpfer im Rhein-Main-Gebiet darf das nicht entmutigen. Für sie geht es in erster Linie um die Wahlkreismandate.

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          Wer sich in der SPD engagiert, ist Kummer gewohnt. Zumindest auf Bundesebene, wo es zuletzt vor 15 Jahren zu Platz eins in der Wählergunst gereicht hat. Wenn nicht alles täuscht, wenn nicht alle Meinungsforscher irren und wenn nicht ein weltverwirrendes Ereignis diesen Planeten in den nächsten Wochen trifft, wird sich an der Pleitenserie auch am 24. September nichts ändern.

          Je nach Umfrageinstitut liegen die Sozialdemokraten zurzeit 14,5 bis 18 Punkte hinter den Unionsparteien. Und weil ihr Spitzenkandidat Martin Schulz zudem eine Zusammenarbeit mit der Linken ausgeschlossen hat, FDP und AfD für eine Koalition kaum in Frage kommen und die Grünen bei acht oder neun Prozent dümpeln, wird es aller Voraussicht nach abermals nichts werden mit einem SPD-Regierungschef.

          Die sozialdemokratischen Wahlkämpfer im Rhein-Main-Gebiet darf das nicht entmutigen. Für sie geht es in erster Linie um die Wahlkreismandate. Je nach Stadt und Region darf sich der eine Bewerber oder die andere Kandidatin dort immerhin Chancen ausrechnen. Das gilt zum Beispiel in Frankfurt, wo im Westen ein rühriger junger Rechtsanwalt namens Oliver Strank von der SPD unterwegs ist, um den etablierten CDU-Abgeordneten Matthias Zimmer herauszufordern. Und im Osten der Stadt werden nach dem Abgang der lange Jahre vorn liegenden Erika Steinbach die Karten ohnehin neu gemischt.

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          Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Abstand bei den Zweitstimmen derzeit so hoch ist, dass jeder sozialdemokratische Direktkandidat vor einer immensen Aufgabe steht. Weil Schulz nicht mit den Linken koalieren will, werden deren Wähler auch im Rhein-Main-Gebiet ihre Erststimme lieber ungültig machen, als sie einem SPD-Bewerber zu geben. Und ob sich die Grünen-Anhänger beim Stimmensplitting noch intensiv links fühlen, ist seit der Existenz der schwarz-grünen Koalition auf Landesebene fraglich geworden. Die CDU-Kandidaten wiederum können nach wie vor darauf hoffen, von FDP-Wählern die eine oder andere Unterstützungsstimme zu erhalten – und sei es auch aus rein taktischen Gründen.

          Dass es angesichts dessen und nach dem überraschenden Aus für Rot-Grün in Niedersachsen manch einem SPD-Wahlkämpfer schwer fällt, die Hoffnung zu behalten, ist verständlich. Aber es sind immerhin noch sieben Wochen bis zur Bundestagswahl. Und was wäre die Alternative zu einem engagierten Wahlkampf bis zum Abend des 24. Septembers? Eben.

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