https://www.faz.net/-gzg-9ju6p

Sicherheit in Hessen : Im Ansatz richtig

  • -Aktualisiert am

Positive Entwicklung: Es herrscht mehr Sicherheit in Hessen. Bild: dpa

Das Leben in Hessen ist so sicher wie seit 50 Jahren nicht mehr. Doch besonders Polizisten, die dafür einstehen, müssen viel hinnehmen. Ein Kommentar.

          Im düsteren Umfeld noch immer laufender Ermittlungen wegen rechtsextremer Umtriebe in ihren Reihen haben die hessischen Sicherheitskräfte ihre Erfolgsgeschichte im vergangenen Jahr fortgeschrieben. Seit mehr als einem Jahrzehnt geht die Zahl der Straftaten in Hessen tendenziell zurück, während die Aufklärungsquote nahezu ununterbrochen steigt. Zwei von drei der im vergangenen Jahr registrierten knapp 373.000 Straftaten konnten aus Sicht der Polizei geklärt werden, weil ein Tatverdächtiger ermittelt wurde. Im Jahr 2003 war das bei noch nicht einmal der Hälfte der damals gemeldeten rund 454.000 Straftaten möglich gewesen.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Wahrscheinlichkeit, in Hessen Opfer einer Straftat zu werden, ist so gering wie nie zuvor in den fast 50 Jahren seit Einführung der Kriminalstatistik; die Aussichten, einen Kriminellen dingfest zu machen, waren nie besser. Ein überzeugenderer Beleg für die hervorragende Arbeit der Polizei ist kaum vorstellbar.

          Polizisten werden zu Opfern

          Mit einer Mischung aus Prävention, Abschreckung, personeller und technischer Aufrüstung und der Konzentration auf besonders besorgniserregende Delikte wie Wohnungseinbruch und Straßenkriminalität sind die seit 1999 von der CDU gestellten Innenminister offensichtlich auf dem richtigen Weg. Die Kriminalstatistik zeigt, zu welch enormen Leistungen die Polizei trotz wachsender Herausforderungen durch islamistische Terroristen und linke und rechte Extremisten fähig ist, wenn sie von der Politik ausreichend unterstützt und von ihrer Führung zielgerichtet eingesetzt wird.

          Umso erschreckender ist es, dass Polizisten immer häufiger zu Opfern werden. Fast 4000 Übergriffe gegen Sicherheitskräfte wurden im vergangenen Jahr in Hessen registriert, eine Zunahme um sage und schreibe 13 Prozent. Polizeibeamte werden nicht mehr selbstverständlich als „Freunde und Helfer“ in Uniform wahrgenommen. Eine traurige und gefährliche Entwicklung, die sicher nicht allein durch die von Hessens Innenminister Beuth geforderten strengeren Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte zu stoppen ist.

          Die Zahlen zeigen, welch enorm positive Wirkung eine schlagkräftige, motivierte und personell starke Polizei haben kann. Leider wird das aus der Kriminalstatistik entstehende strahlende Bild durch den weiterhin schwelenden Extremismusverdacht gegen einige wenige hessische Polizisten entscheidend getrübt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Liveblog zu Wahl in Straßburg : „Es lebe Europa!“

          EVP-Fraktion will von der Leyen geschlossen wählen +++ Kandidatin spricht über Klimakrise, Migration und Gleichberechtigung +++ Am Abend stellt sich CDU-Politikerin zur Wahl +++ Mindestens 374 von 747 Stimmen nötig +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.