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Kommentar zur Frankfurter Oberbürgermeisterwahl : Träumen verboten für die CDU

In den Frankfurter Römer soll es gehen für Boris Rhein (CDU). Bild: dapd

Es gibt sie noch, die Superoptimisten in der Frankfurter CDU. Hin und wieder trifft man einen. Sie glauben, dass Boris Rhein im ersten Wahlgang zum neuen Oberbürgermeister bestimmt wird.

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          Es gibt sie noch, die Superoptimisten in der Frankfurter CDU. Hin und wieder trifft man einen, der noch daran zu glauben scheint, dass der eigene Kandidat Boris Rhein am 11. März im neuen Oberbürgermeisterersten Wahlgang zum neuen Oberbürgermeister in der größten Stadt Hessens bestimmt wird.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch das ist Träumerei. Zwar gilt Rhein, der hessische Innenminister, nach wie vor als Favorit für die Nachfolge Petra Roths. Doch für einen Sieg im ersten Anlauf müsste er 50 Prozent plus eine Stimme bekommen, während sich die übrigen neun Bewerber den Rest teilen.

          Die Kandidaten kleinerer Parteien nicht außer Acht lassen

          Wie unwahrscheinlich das ist, zeigt schon ein Blick auf die Aussichten seiner Hauptkonkurrenten, Rosemarie Heilig von den Grünen und Peter Feldmann von der SPD. Bekämen beide ohne jeden Persönlichkeitsbonus (oder Malus) exakt die Prozentwerte ihrer Parteien aus der Kommunalwahl im März 2011, addierten sich diese allein zu stattlichen 47,1Prozent. Rhein dagegen muss es erst einmal gelingen, die schwachen 30,5Prozent der CDU von damals deutlich zu steigern.

          Wer über die Chancen der großen Drei spekuliert, darf die Kandidaten kleinerer Parteien nicht außer Acht lassen. Janine Wissler von der Linken ist eloquent und plakattauglich genug, um mindestens jene 5,4Prozent zu erreichen, die ihre Partei vor einem Jahr erhielt. Piratenmitglied Herbert Förster muss im Wahlkampf vermutlich gar nichts tun, um das Ergebnis von zwei Prozent abermals zu schaffen. Und Ursula Fechter von den Flughafenausbaugegnern wird angesichts des Unmuts über den Lärm der Flugzeuge zumindest im Süden der Stadt erheblichen Zuspruch erhalten. Die übrigen vier Bewerber werden wohl unter der Ein-Prozent-Marke bleiben.

          Rhein wird sich ein Duell mit Feldmann wünschen

          Alles spricht somit für eine Stichwahl am 25.März zwischen den beiden Besten des ersten Wahlgangs. Rhein wird einer davon sein, wenn es ihm gelingt, sich nicht als „rechtskonservativ“ abstempeln zu lassen - und wenn er in den nächsten Wochen keine schweren Fehler macht. Offen ist, ob Feldmann oder Heilig bis zur Wahl mehr Zuspruch finden. Es wird vor allem darauf ankommen, wen die Bürger beim Topthema „Kampf gegen Fluglärm“ für glaubwürdiger halten. Auch zur Finanzlage der Stadt sollten sich die Beiden sehr rasch dezidiert äußern.

          Rhein wird sich ein Duell mit Feldmann wünschen. Denn dann dürfte er auf Hilfe der seit 2006 mit der CDU koalierenden Grünen hoffen. Kommt dagegen Heilig in die Stichwahl, wird Rhein auf keine einzige Stimme der linken Frankfurter SPD zählen können. Für diesen Fall kursieren im Römer schon Wettangebote: auf die erste Grünen-Oberbürgermeisterin Frankfurts.

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