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Geplante Einhausung der A 661 : Gemeinsam bauen an der Frankfurter Osttangente

Bald mit grünem Deckel: Die A 661 mit Blick von der Friedberger Landstraße Bild: Cornelia Sick

Die Einhausung und Vergrößerung der A 661 im Osten Frankfurts sollen verbunden werden. Das steht aber noch auf der Kippe. Stadt und Land sollten alles dafür tun, beide Projekte miteinander zu verwirklichen.

          Sind die Grünen noch das, was sie einmal waren? Daran konnte man in der vergangenen Woche zunächst zweifeln. Im Frankfurter Osten soll nämlich eine Autobahn überbaut werden und unter einem begrünten Deckel verschwinden. Eine Autobahn! Und was macht der Verkehrsminister der Grünen? Er drückt beim schon länger geplanten Ausbau der Trasse – Landessache – dermaßen aufs Tempo, dass die Planung für den Deckel – ein Projekt der Stadt Frankfurt – damit nicht Schritt halten kann.

          Nun aber heißt es aus Wiesbaden: So genau weiß man das noch gar nicht. Anders als das Ministerium der F.A.Z.  zunächst mitteilte, sei nämlich nicht zu erwarten, dass der vierstreifige Ausbau der Fahrbahn 2024 schon fertig ist. Möglicherweise ist erst dann mit dem Baubeginn zu rechnen. Bis dahin, so hofft die Stadt, können auch die Planungen für den Autobahndeckel baureif sein. Beide Bauvorhaben ließen sich dann doch gemeinsam verwirklichen und könnten 2028 fertig sein.

          Keineswegs ein feiner chirurgischer Eingriff

          Die Vorstellung wäre aber auch zu absurd: Will man wirklich zunächst die Autobahn verbreitern und nach jahrelanger Baustelle für den Verkehr freigegeben, um sie anschließend abermals auf Jahre für den Bau der Einhausung zu sperren? Solch ein Tunnel ist keineswegs ein feiner chirurgischer Eingriff. Man müsste die fertige Fahrbahn noch einmal erneuern. Das verstößt nicht nur gegen den gesunden Menschenverstand, sondern wäre dem Steuerzahler auch kaum zu vermitteln. Die Realisierungschancen für den Tunnel würden schwinden.

          Stadt und Land sollten alles dafür tun, damit beide Projekte gemeinsam verwirklicht werden können. Die Stadt hat sich spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig entschieden, dass der Deckel finanziert wird. Auf der Arbeitsebene laufen die Abstimmungen mit der zuständigen Landesbehörde Hessen Mobil dem Vernehmen nach gut. Das macht Mut, dass es gelingen könnte, sich auch politisch zu einigen.

          Die Chance, die Autobahn zu überbauen, bietet sich nur einmal. Alle Beteiligten sollten sie nutzen und sich vorab eine einfache Frage stellen: Wie erklären wir unseren Kindern und Enkeln, wenn sie dereinst danach fragen, warum diese Autobahn immer noch die Stadt zerschneidet? Weil wir nicht in der Lage waren, die Pläne für den Ausbau und den Deckel abzustimmen! Die Antwort würde wohl lauten: „Das kann nicht euer Ernst sein.“

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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