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Hessens neuer Finanzminister : Ein Handwerker und Vollblutpolitiker

  • -Aktualisiert am

Führungsduo: Hessens Ministerpräsident Bouffier (rechts) und sein neuer Finanzminister Boddenberg Bild: dpa

Zwei Jahrzehnte nach der Übernahme der Regierungsverantwortung in Hessen sind die Personalreserven der CDU ausgedünnt. Doch die Berufung von Boddenberg zum Finanzminister ist keine Verlegenheitslösung.

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          Das Personaltableau der hessischen CDU bot keine große Auswahl. Ein profilierter Fachpolitiker stand für die Übernahme des Finanzministeriums nicht zur Verfügung. Zwei Jahrzehnte nach der Übernahme der Regierungsverantwortung durch die Union sind die Personalreserven ausgedünnt. Doch die Berufung des Fraktionschefs Michael Boddenberg ist alles andere als eine Verlegenheitslösung. Als Handwerker und Mittelständler kennt der gebürtige Rheinländer die Auswirkungen der Finanzpolitik auf die Wirtschaft aus eigener Anschauung und zahllosen persönlichen Gesprächen.

          Die Unternehmen werden es zu schätzen wissen, wenn einer aus ihren Kreisen eine Schlüsselrolle bei der ökonomischen Bewältigung der Pandemie übernimmt. Weil dies keine hessische Angelegenheit ist, sondern ein Verfahren erfordert, das Bund und Länder gemeinsam organisieren müssen, kommen Boddenberg auch die Erfahrungen zugute, die er als Bevollmächtigter Hessens in Berlin gesammelt hat. An der Spitze der Fraktion hat der Sechzigjährige so viele Haushaltsentwürfe aktiv mitgestaltet, dass die Charakterisierung als „Generalist“ seinen spezifischen Qualifikationen nicht gerecht würde. Im Übrigen verfügt der erfahrene Finanz-Staatssekretär Martin Worms über die einschlägigen Kenntnisse, die Boddenberg fehlen mögen.

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