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Kommentar zu Ryanair-Geschäft : Fraports neue Kunden

Hebt demnächst auch in Frankfurt ab: Ryanair Bild: dpa

Billigflieger sind nicht lauter als die Flugzeuge anderer Fluglinien. Aber: Wenn der Plan der Fraport aufgeht und Low Cost in Frankfurt weiteres Wachstum bringt, wird es für die Anrainer nicht leiser.

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          Die Exklusivität der Fliegerei ist Geschichte. Einen Hauch von Luxus und Besonderheit gibt es zwar nach wie vor und auch eine Kundschaft, die bereit ist, dafür etwas mehr auszugeben. Gutes Geld wird aber inzwischen auch mit den billigen Tickets verdient, die natürlich längst nicht alle so billig sind, wie es etwa die aggressive Werbung der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair die Reiselustigen glauben machen möchte.

          Sicher ist aber, dass Ryanair wesentlich günstiger anbieten kann als etwa die Kranichlinie. Vor allem deshalb, weil die Iren mit einer sehr viel günstigeren Kostenstruktur arbeiten. Das liegt nicht nur an der Bezahlung der Piloten und des Kabinenpersonals, sondern auch an der sehr viel simpleren Flottenstrategie. Die Iren benutzen ausschließlich Boeing 737-800-Flugzeuge. Die einheitliche Flotte hilft ihnen dabei, die Kosten niedrig zu halten. Die Lufthansa setzt bewusst sowohl auf Airbus-Flugzeuge als auch auf Boeings, um nicht von einem Anbieter abhängig zu sein. Das allerdings erhöht den Wartungsaufwand.

          Aus Sicht des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport ist es nur konsequent, sich auch im weiter wachsenden Billig-Airline-Segment Kundschaft zu suchen. Schließlich muss er versuchen, die mit dem Vier-Milliarden-Euro-Ausbauprojekt gewonnene Kapazität auch zu nutzen. Die derzeitige Zahl der Flugbewegungen bleibt deutlich hinter allen Prognosen zurück, und zwar auch hinter denen, die schon nach unten korrigiert wurden.

          Luftverkehr : Ryanair fliegt künftig Frankfurt am Main an

          In Sachen Fluglärm sind auch an die Low-Cost-Flieger die gleichen Anforderungen zu stellen wie an andere Fluggesellschaften. Das heißt, laut muss teurer sein als weniger laut. Mehr Billigflieger am Frankfurter Flughafen muss aber auch nicht bedeuten, dass es damit lauter wird als mit mehr Flugzeugen herkömmlicher Fluggesellschaften. Gerade die so knapp kalkulierenden Billiglinien haben ein Interesse daran, keine alten, lauten Flieger mit hohem Kerosinverbrauch zu betreiben.

          Sie sind vielmehr besonders auf wirtschaftliche Jets angewiesen - auch, was die Lärmentgelte betrifft, aber natürlich vor allem, was den Verbrauch angeht. Das gilt vor allem deshalb, weil sie, anders als etwa die Lufthansa, in der Regel keinen aufwendigen Schutz gegen starke Kerosinpreissteigerungen betreiben.

          Sicher ist aber auch: Wenn der Plan der Fraport aufgeht und Low Cost in Frankfurt das Wachstum bringt, das andere Sparten nicht schaffen, wird es für die Anrainer nicht leiser.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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