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Ausgezeichnete Arbeit: Katharina Iskandar berichtet über Fälle von Rechtsextremismus und Terrorismus im Rhein-Main-Gebiet.

Frankfurter Schließfach-Raub : Den Riegel vorschieben

Sich der Anonymität der Großstadt bedienen: Die Sparkasse-Filiale nach der Flucht der Täter. Bild: dpa

War der spektakuläre Schließfach-Raub ein Versuch von Berliner Kriminellen, ihr Geschäftsgebiet auszudehnen? Falls dem so ist, muss die Polizei nun klarstellen, dass Frankfurt kein Ausweichquartier für Clans ist.

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          Dieser Kriminalfall ist spektakulär, bedrohlich und selbst für Frankfurt neuartig zugleich. Als sich am vergangenen Freitag vier Männer an Schließfächern einer Sparkassen-Filiale im Bahnhofsviertel zu schaffen machten und einen großen Polizeieinsatz provozierten, bei dem die Beamten sich gezwungen sahen, mitten auf der Straße im dichten Berufsverkehr auf die Kriminellen zu schießen, war schnell klar, dass hier etwas Außergewöhnliches vorgefallen war. Sollten sich die Hinweise bestätigen, dass die Schließfach-Aufbrüche das Werk von Mitgliedern krimineller Großfamilien aus Berlin sind, deutet das auf den Versuch von Hauptstadt-Kriminellen hin, ihr Geschäftsgebiet auszudehnen.

          Bisher war die hiesige organisierte Kriminalität fest in der Hand von Rockern, Menschenhändlern und Dealern, die sich selten in die Quere kamen. Revierkämpfe gab es meistens innerhalb der eigenen Zunft, etwa zwischen türkischen und deutschen Rockern. Auch die Vorherrschaft im Rotlichtmilieu wurde mitunter blutig ausgekämpft. Kriminelle Großfamilien, die sich neue Aktionsfelder suchen, haben in Frankfurt gerade noch gefehlt.

          Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung die Ermittlungen führen werden, die die Polizei nun konsequent vorantreibt. Fest steht jedoch schon jetzt: Die Polizei muss dieser Art von Kriminalität, die das Vertrauen in das Funktionieren staatlicher Autorität und das Sicherheitsgefühl der Bürger in besonderer Weise zu unterminieren geeignet ist, von Anfang an einen Riegel vorzuschieben. Es muss klar sein, dass Frankfurt kein Ausweichquartier für Clans ist, die meinen, in der Anonymität der Großstadt Taten verüben zu können, für die sie in anderen Teilen des Landes schon längst auf dem Schirm der Sicherheitsbehörden sind.

          Bei allem Dilettantismus, mit dem die Täter offenbar vorgegangen sind: Ein Fluchtfahrzeug in voller Fahrt zu stoppen, muss man erst einmal schaffen. Dass die Polizei unmittelbar nach der Tat am Freitag so entschlossen reagierte, ist ein wichtiges Zeichen, dessen Wirkung nach innen und nach außen nicht unterschätzt werden sollte. Das rasche und erfolgreiche Handeln der Beamten ist ein beachtlicher Erfolg, der der Frankfurter Polizei, die im Alltag oft genug Katz und Maus mit Drogenhändlern spielen muss, guttut. Zugleich darf man darf hoffen, dass sich das Milieu beeindruckt zeigt und versteht, dass es in Hessen keinen Platz für Ableger krimineller Großfamilien gibt. Es gibt hier für die Ermittler ohnehin schon genug zu tun.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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