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Radschnellweg : Zeitgemäßes Projekt

Von Frankfurt nach Darmstadt: Seit Dienstag wird offiziell an der ersten hessischen Radschnellverbindung gebaut. Bild: dpa

Der Radschnellweg von Frankfurt nach Darmstadt ist ein Vorbildprojekt. Es zeigt, wie durch regionale Zusammenarbeit Dinge im Interesse der Bürger entstehen können. Ein Kommentar

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          Seit Dienstag wird offiziell an der ersten hessischen Radschnellverbindung von Frankfurt nach Darmstadt gebaut. Dass Verkehrsminister Tarek Al-Wazir den ersten Spatenstich zehn Tage vor der Landtagswahl gesetzt hat, ist kein Zufall. Aber dass das interkommunale Vorhaben gerade jetzt so weit gediehen ist, wo der Stadt Frankfurt, aber möglicherweise auch der Stadt Darmstadt Fahrverbote für Dieselfahrzeuge drohen, ist ein glücklicher Umstand für den Grünen-Minister. Das ist nicht zu planen gewesen.

          Al-Wazir bezeichnete am Dienstag die 30 Kilometer lange Trasse, die 2022 durchgängig befahrbar sein soll, denn auch als „Meilenstein der Verkehrswende“. Die Erwartungen sind hoch, dass eines Tages mehrere tausend Radler die Strecke nutzen werden. Rund 500 Pedaleure sind schon jetzt täglich als Pendler zwischen Frankfurt und Darmstadt unterwegs.

          Im Interesse der Bürger

          Die Grünen-Politikerin Birgit Simon konnte vor fünf Jahren, als sie das Projekt anstieß, noch gar nicht ahnen, dass die Rhein-Main-Region und ihre Partei als Koalitionspartner einer schwarz-grünen Landesregierung derart von drohenden Diesel-Fahrverboten betroffen sein würden. Wohl aber wusste sie, dass Radfahren im Trend liegt. Die damalige Erste Beigeordnete des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main suchte damals nach einem Projekt, an dem Rhein-Main exemplarisch würde zeigen können, dass durch regionale Zusammenarbeit Dinge im Interesse der Bürger entstehen können.

          Das ist ihr gelungen. Auch weil sie mit dem Geschäftsführer der Regionalpark Südwest gGmbH, dem Kelsterbacher Bürgermeister Manfred Ockel (SPD), einen Partner gefunden hat, der das Vorhaben pragmatisch vorantreibt. Ockel ist seit 2017 für das Projekt zuständig.

          Keine Kritiker

          Die frühere Offenbacher Bürgermeisterin hat auch ihren Offenbacher Parteikollegen Al-Wazir, als er im Januar 2014 Verkehrsminister wurde, rasch davon überzeugt, dass eine Rad-Expressroute ein herausragendes Grünen-Projekt werden könnte. Al-Wazirs Zusage, das Land werde bis zu 70 Prozent der Kosten übernehmen, hat es den an dieser Route beteiligten sieben Kommunen erheblich erleichtert, dem Bau zuzustimmen.

          Seitdem hat sich dieser erste Radschnellweg, der schon vor dem ersten Spatenstich zum Vorbildprojekt für andere Route in Hessen geworden ist, zu einem zeitgemäßen Vorhaben entwickelt, das zumindest in der Öffentlichkeit keine Kritiker kennt. Und der Trend zum Radfahren hat sich inzwischen so verstärkt, dass die Trasse mit Sicherheit gut angenommen wird. Die Summe von 43 Millionen Euro ist richtig investiert.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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