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Thorsten Winter (thwi)

Kommentar zu Payment Solutions : Nur Bares ist Wahres

Viele Fans haben noch Geld auf ihren Karten aus dem Stadion der Frankfurter Eintracht. Bild: dpa

Weil der Anbieter insolvent ist, gibt es der Eintracht „massive Einschränkungen“ beim Einsatz des bargeldlosen Bezahlsystems. Grund genug, die Just-Pay-Karten wieder abzuschaffen?

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          Die Fans von Eintracht Frankfurt sind Kummer gewohnt. Doch so etwas haben auch sie noch nicht erlebt. Der Anbieter der Just-Pay-Karten, ohne die im Waldstadion weder Speisen noch Getränke erhältlich sind, hat Insolvenzantrag gestellt. Die Karten sind deshalb derzeit nicht nutzbar, und auch an ihre Restguthaben kommen die Kunden nicht heran.

          Auch wenn die Beträge auf den Karten in der Regel überschaubar sein dürften, handelt es sich nicht um eine Lappalie. Schließlich geht es in Frankfurt um Zehntausende Karteninhaber. Gleiches gilt für Hertha BSC, Werder Bremen, den FC Augsburg und den 1. FC Kaiserslautern.

          Bezahlkarte bietet keinen Vorteil

          Beim Geld hört der Spaß auf. Die Frankfurter Eintracht und die Stadion GmbH wissen das. Ihnen ist auch bewusst, dass der vorläufige Insolvenzverwalter von Payment Solutions erst im Juli mitteilen will, wie mit den Restguthaben verfahren wird. Angesichts dessen haben der Verein und der Stadionbetreiber schon eine Lösung in Aussicht gestellt. Sie darf mit Spannung erwartet werden. Denn es dürfte um einen erklecklichen Gesamtbetrag gehen, womöglich in siebenstelliger Höhe.

          Für die Karteninhaber, die einer Antwort harren, sieht die Sache derweil so aus: Sie mussten eine Just-Pay-Karte erwerben, eine Gebühr von gut zwei Euro dafür entrichten, mindestens zehn Euro draufladen – allein für das Versprechen, dadurch rascher als bei Barzahlung an Wurst und Bier zu kommen. Erfahrungen in verschiedenen Stadien zeigen jedoch: In Nürnberg oder St. Pauli zum Beispiel, wo der Kunde bar bezahlt, wird auch nicht langsamer serviert, als es in Frankfurt zuletzt der Fall gewesen ist.

          Aus Fan-Sicht stellt die Bezahlkarte ein Glied in der Wertschöpfungskette dar, das für ihn keinen Vorteil bietet. Andere Vereine wie Borussia Dortmund, Hoffenheim und der 1. FC Köln haben das längst erkannt. Die Kölner stellten schon zur Saison 2014/15 auf Bar- und EC-Karten-Zahlung um – auch auf die Wünsche von Fans hin. In der Startphase des neuen Systems wurde es für Fans sogar günstiger. Sie bekamen einen Rabatt von fünf Prozent, wenn sie mit Geldkarte oder Girogo-Funktion zahlten. Dieses Beispiel sollten sich die Frankfurter zu eigen machen. Am besten zur neuen Saison.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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